Übersicht Presse

  

  • 28.02.17  FL. Tageblatt "Wir wollen wieder in die erste Liga"
  • 28.02.17  FL. Tageblatt  Gefüllte Kasse und Sonderapplaus
  • 29.11.16  FL. Tageblatt  Wir haben uns in Bewegung gesetzt
  • 12.05.16  FL. Tageblatt  Neue Bootshalle für den Segelclub
  • 04.03.16  FL. Tageblatt  Neue Hallen und nur zwei Crews für die Segel-Bundesliga
  • 24.03.15  FL. Tageblatt  Die neue Lust an den Lustbooten
  • 11.03.15  FL. Tageblatt  FSC geht großzügig in das Jubiläumsjahr

    Pressearchiv:

  • 15.09.08  FL. Tageblatt  "Anitra" - Ihr zweites Leben in Flensburg
  • 04.06.08  Fl. Tageblatt   Diva mit Traummaßen
  • 08.06.08  Die Welt         Die "Spinx" ist wieder auferstanden

 


 
 vom 28.02.2017

„Wir wollen wieder in die 1. Liga“

Flensburger Segel-Club: Vorsitzender Jochen Frank geht in seine neunte Amtsperiode


Glücksburg 
Mit einem einstimmigen Votum in der 127. Generalversammlung des Flensburger Segel-Clubs (FSC) wurde Jochen Frank für weitere zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Nach seiner neuen Amtsperiode hat der Flensburger Rechtsanwalt seine 20 Jahre voll. „Vielleicht wird es dann ein wenig ruhiger“, sagte Frank am Rande der Versammlung im Clubhaus in Glücksburg-Quellental. Mit dem Vorsitzenden sprach unser Sportredakteur Michael Bock über Ansichten und Aussichten. 


Sie sind nun seit 18 Jahren Vorsitzender. Was macht den FSC aus ?
Wie gehören nicht zu den Segelvereinen, die nur das Anbieten von Liegeplätzen im Fokus haben. Wir legen sehr viel Wert auf die Jugendarbeit und wir betreiben Leistungs- und Regattasport. Das Schöne ist, dass der Verein bereit ist, das zu machen und dass immer ein großer Konsens besteht. Im Verein herrschen Toleranz und Loyalität.

Wie lautet Ihr persönliches Fazit ?
Ich arbeite unheimlich gerne für den Verein. In den zurückliegenden Jahren ist sehr viel in die Infrastruktur investiert worden, wie in den Kauf des Hafengeländes oder den umfangreichen Umbau des Clubhauses. Und zuletzt in den Neubau der Bootshalle.
  
Wie haben Sie die größte Baumaßnahme in der 126-jährigen Geschichte des Vereins wahrgenommen ?
Vor der Reise mit dem Hallenneubau habe ich ein bisschen Bammel gehabt und Bedenken, über Bord zu gehen. Die Nospa musste zu einem 2,3 Millionen-Darlehen überredet werden. Es war das Glück im Leben eines Vorsitzenden, dass die Klubkameraden überaus großzügig gespendet haben (Anm. d. Red.: Zwei Mitglieder allein spendeten knapp 300 000 Euro). In dieser Zeit bin ich einen Kopf größer geworden und nicht über Bord gegangen. Wir haben mit der neuen Bootshalle etwas ganz Tolles realisiert und Werte für die kommende Generation geschaffen.

Geht es in Ihrer neunten Wahlperiode jetzt gelassener zu oder haben Sie weitere Vorhaben vor Augen ?
Es wird in den vor uns liegenden Jahren keine spektakulären Vorhaben geben. Aber wir werden uns nicht hinsetzen und uns ausruhen. Uns wird ein Modernisierungs-Rhythmus begleiten. Aber ganz große Sprünge stehen nicht in Aussicht.
  
Beim FSC wird Leistungssegeln betrieben. Wie wichtig ist es für Ihren Verein als Gründungsmitglied der Segel-Bundesliga nach dem unerwarteten Abstieg in der vergangenen Saison wieder in die 1. Bundesliga aufzusteigen ?
Das ist für das Selbstverständnis des FSC sehr wichtig. Wir verstehen uns als ein Verein mit großem Engagement für den Regattasport. Dazu gehört auch, wahrgenommen zu werden. Ja, wir wollen wieder in die 1. Liga aufsteigen.

 
 vom 28.02.2017

Gefüllte Kasse und Sonderapplaus

Glücksburg Die Finanzen stimmen – Kassenführer Jan Casper geht „ganz gelassen in das Haushaltsjahr 2017“.


Die neue Bootshalle wird begeistert aufgenommen und der FSC-Vorstand wurde einstimmig von den über 100 Clubmitgliedern während der Generalversammlung entlastet.
Wie der Vorsitzende Jochen Frank wurden auch Jan Casper (1. Kassenführer), Holger Reimer (1. Takelmeister) und Norbert Erichsen (Schriftführer) bei den Vorstandswahlen einstimmig wiedergewählt.
„Unser Vorstand ist ein sehr aktives Team mit einem Vorsitzenden, der die Fäden in den Händen hält“, sagte FSC-Archivar Gerd Kall, der zuvor ebenso wie Uwe Rodler für 65-jährige Vereins-Mitgliedschaft mit einem Silberbecher ausgezeichnet wurde.
Auch sportlich hatte der FSC einiges vorzuweisen. Tobias Matern und Bendix Hempel wurden für ihren Meistertitel bei der U 17-DM im 29er ausgezeichnet. Zahlreiche Wodka- und Silberbecher wurden für eine Vielzahl guter Platzierungen bei internationalen Regatten ausgehändigt.
Für die Wahl zum Sportler des Jahres des Flensburger Tageblatts erhielt Jan Hauke Erichsen Sonderapplaus. „Wir freuen uns und sind stolz auf die Wahl von Jan Hauke Erichsen“, unterstrich FSC-Chef Frank.
mb

Weitere Ehrungen:
75 Jahre: Heinrich Haase, Iven Meesenburg, Kai Schadewaldt, Dr. Christian Outzen.
50 Jahre: Nicolai Bröcking, Claus-Otto Hansen, Hermann Höft, Hans Christian Koch, Dieter Kopenhagen, Hans-Jürgen Methmann, Hans-Jürgen Warnke, Werner Barth, Dr. Felix Groß.

 
 vom 29.11.2016

„Wir haben uns in Bewegung gesetzt“

Aufbruchstimmung beim Bundesliga-Team des Flensburger Segel-Clubs. Zwei Crews sollen den Wiederaufstieg in die 1. Liga schaffen / Mehr Fitness und Wintertraining im Süden

Glücksburg „Wir dürfen nicht nur denken, wir müssen auch loslaufen“, hatte Jörg Rothert nach dem Abstiegs-Debakel des Flensburger Segel-Clubs (FSC) aus der 1. Segel-Bundesliga als Konsequenz gefordert. Jetzt – 24 Tage nach dem unvorstellbar schlechten Finale mit anschließender, total vergeigter Relegation auf der Hamburger Außenalster – sind die ersten Analysen gemacht, und der Blick auf die nächste Saison gerichtet, die mit dem Wiederaufstieg beendet werden soll. Viele Dinge sind im Bereich Leistungssegeln und speziell beim Bundesliga-Teamtreffen besprochen worden. „Wir haben uns in Bewegung gesetzt“, sagt FSC-Trainer und Teammitglied Rothert jetzt und meint damit nicht nur die Auftritte auf dem Laufband des „Cybex“-Uni-Fitness. „Ein Baustein soll eine gesteigerte Fitness sein“, erzählt Rothert. „Und das gilt nicht nur mich als 46-Jährigen. So ein Bundesliga-Segeltag in der J/70 kann ganz schön an die körperliche Substanz gehen. Dafür müssen wir fit sein.“ Und deshalb soll es öfter ein gemeinsames Training im Fitness-Studio geben. Trainingspläne von Rothert, Trainings-Übungen von Jan Hauke Erichsen – „Fit for Aufstiegs-Fight“ also.
Weitere Veränderungen betreffen das Training auf dem Wasser und die Crewgestaltung. „Wir müssen mehr trainieren, um zu den besten Bundesliga-Vereinen Deutschlands zu gehören. Unterschiede zu den Topteams gibt es definitiv in der Saisonvorbereitung und den Zusammensetzungen der Crews“, lautete das Fazit von Jan Hauke Erichsen im Newsletter des FSC-Leistungssegelns. „Das müssen wir umsetzen. Wir wollen wieder in die 1. Bundesliga aufsteigen“, sagt Erichsen im Gespräch zwischen einem Nacra-Testsegeln und kurz vor dem Weg in Fitness-Studio.
Crewtechnisch wird der nördlichste Verein der 1. und 2. Bundesliga auf das angestammte Personal zurückgreifen. Beim Teamtreffen waren 20 Segler an Bord, zwölf haben sich für das Bundesliga-Team angemeldet. „Ich war positiv überrascht“, meinte FSC-Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen, der weiterhin über die Finanzen des Bundesliga-Auftritts wacht und bei der Zielsetzung für die Saison 2017 auf gleichem Kurs ist: „Wir wollen wieder aufsteigen.“
Die neue Crew-Planung: Die fünf Zweitliga-Events sollen mit zwei festen Teams bestritten werden. Als Steuerleute werden Michael Ilgenstein, Jan Hauke Erichsen und Kai Bertallot zur Verfügung stehen. „Die Klippe, dass ein Team nur ein Event segelt, wollten wir umschiffen“, sagt Rothert. Und nur ein einziges Team für die gesamte Saison aufzustellen, sei nicht die Bundesliga-Idee und auch nicht die des FSC. „Dann würde es auf einen Mannschafts- und nicht auf einen Vereinswettbewerb hinauslaufen. Unser Konzept setzt auf Nachhaltigkeit und der Einbindung junger Segler“, erklärt der FSC-Coach. Welche Crew an zwei, oder an drei Spieltagen an den Start gehen wird, soll sich im Laufe der Saison entscheiden und hängt auch von der beruflichen Situation der Crew-Mitglieder ab. Erichsen, der ab kommenden Jahr auch das Management des Bundesliga-Teams übernimmt, wird erstmals als Steuermann in der Liga an den Start gehen. Dass der nur knapp an der Olympiateilnahme in Rio gescheiterte Segler auch große J/70-Affinität besitzt, hat der 26-Jährige als Dritter der German Open in der boomenden Einheitsklasse bewiesen. „Wenn sich allerdings im Laufe der Saison eine bessere Konstellation ergibt, bin ich bereit, zurückzustehen“, schiebt Erichsen nach.
In der Serie 2017 stehen aus beruflichen Gründen Steuermann Sven Koch und Taktiker Morten Massmann nicht für Liga-Einsätze zur Verfügung. „Beide sind in ihren Jobs ziemlich eingebunden und können den zeitlichen Aufwand nicht aufbringen“, berichtet Rothert. „Aber beide werden uns an anderer Stelle zur Verfügung stehen. Vielleicht beim Training oder als Begleitung im Speedboot. Die Außensicht auf ein Rennen ist immer wichtig. Wir haben uns über die Unterstützung gefreut.“
Was das Segel-Training selbst betrifft, will der FSC mit seinem Bundesliga-Team neue Wege gehen – und zwar in den Süden. Im Februar ist mit mehreren Vereinen ein Intensiv-Training in südlichen Gefilden vorgesehen. Gardasee oder Barcelona sind im Gespräch. Die bewährte Zusammenarbeit mit dem „Haus- und Hof-Partner“ NRV (Norddeutscher Regattaverein) wird fortgesetzt. Erstliga-Aufsteiger Hamburger Segel-Club (HSC) hat bereits den Kontakt gesucht und auch einige Südvereine sind als Sparringspartner im Gespräch. „Die Bundesliga hat eine rasante Entwicklung genommen. Einige Teams segeln ihre Winterserie vor Monaco. Wir müssen etwas tun, um mitzuhalten“, unterstreicht Erichsen, der beim FSC für zwei Jahre eine halbe Stelle als Trainer Leistungssegeln bekommen hat.
Ob nun Gardasee oder Barcelona, das hängt auch von den Vorstellungen der anderen vier bis sechs teilnehmenden Vereine ab. Für Rothert ist der Gardasee „logistisch ungünstig“, für „Sunnyboy“ Erichsen ist der Lago in der Provinz Trentino im Februar zu kalt und neblig – die Prioritäten sind also gesetzt.
Bei der Finanzierung hofft der FSC weiter auf die großzügige Unterstützung von Eberhard Wienholt, der selbst und seine Stiftung bereits am Erwerb der insgesamt vier J/70-Boote für den NRV und den FSC beteiligt war. Wienholt macht sich viele Gedanken um den NRV und den FSC und die Einheitsklasse J/70. Kurz nach dem Abstieg auf der Alster bekam der FSC-Regatta-Obmann einen Anruf von Wienholt und die Zusage für einen neuen Satz Segel. „Auf meine Frage, womit wir das verdient hätten, antwortete er – als Trost“, erzählt Hansen aus dem Gespräch. Wienholt feierte unlängst seinen 89. Geburtstag und wird sich freuen, dass sich das Bundesliga-Team des FSC in Bewegung gesetzt hat, um dann richtig loszulaufen – nicht nur auf dem Laufband.

Michael Bock

FSC-Segler im Bundesliga-Einsatz 2016: Kai Bertallot; Thore Kiesbye; Tobias Konow; Cedric Menzel; Michael Ilgenstein, Jörg Rothert, Oliver Huber; Bernhard Outzen; Sven Koch; Jan-Hauke Erichsen; Alexander Erichsen; Hans-Henning Höft; Morten Massmann; Henrik Höft.

 
 vom 12.05.2016

 

Neue Bootshalle für den Segelclub

Vom Holzwurm zerfressen: Alte Konstruktion muss ersetzt werden / Neubau ist größer und gegen Kälte isoliert / Fertigstellung Ende August
Glücksburg

Ein Bagger mit Greifzange bringt das Skelett der alten Bootshalle zum Einstürzen. Der Flensburger Segelclub (FSC) präsentiert sich in diesem Sommer als Baustelle. Grund ist der Neubau einer Bootshalle. Auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern entstehen Winterlager, Jugendräume, Archiv und Bootsbauerei neu. Die zukünftige Halle wird 400 Quadratmeter größer als die alte sein. Der Parkplatz wird ebenfalls erneuert. Lediglich das Clubhaus bleibt unverändert – es wurde vor sechs Jahren saniert und erweitert. Die aktuellen Maßnahmen kosten 2,6 Millionen Euro. Bis Ende August sollen sie abgeschlossen sein. „Die kleine Holzhalle, die vor etwa 60 Jahren gebraucht von der Flensburger Schiffsbaugesellschaft erworben wurde, war nach rund 100 Jahren so sehr vom Holzwurm zerfressen, dass eine Instandsetzung nicht mehr rentabel war“, sagte Kassenwart Jan Casper. Die große Halle, die vor mehr als 50 Jahren an die kleine Halle angebaut worden war, war noch mit Eternitplatten gedeckt. „Die zerbröckelten. Außerdem gab es statische Mängel, so dass wir die Halle bei starkem Wind sperren mussten“, so Casper weiter. Die neue Halle soll in einem „freundlichen Anthrazit“ gehalten sein und eine Lichtkuppel bekommen. Durch das Entgegenkommen des benachbarten ADS Grenzfriedensbund, der dem FSC eine Baulast einräumte, wird die Halle an der Ostseite über eine Länge von 130 Metern um zweieinhalb Meter verbreitert. Durch isolierte Stahlpaneele soll sie nahezu frostfrei sein. Die Jugendräume werden künftig zum Wasser ausgerichtet liegen. Die Trainer können somit auch von drinnen verfolgen, was auf dem Wasser geschieht. Casper wies darauf hin, dass das Bauvorhaben auf der außerordentlichen Generalversammlung am 19. November 2015 „ohne eine einzige Gegenstimme“ von den Mitgliedern genehmigt wurde. Die Nord-Ostsee Sparkasse finanziere das Projekt mit 2,3 Millionen Euro. Das gesamte Bauvolumen könne aus den Einnahmen von den Hallenliegern finanziert werden. Eine Beitragserhöhung für die 767 Mitglieder sei nicht notwendig. „Besonders freut mich, dass der Bau fast ausschließlich durch hiesige Unternehmen, die zum großen Teil auch Clubmitglieder sind, errichtet wird“, ergänzte der Kassenwart. Clubkameraden Ulli Huber, Hermann Höft und Harald Petersen seien an den Planungen beteiligt gewesen. Die Firma Höft sei Generalunternehmer. Insofern sei die Hoffnung groß, „dass die Kosten im Rahmen bleiben“, sagte Casper. Alle Clubkameraden hätten vorbildlich geholfen, die Hallen bis zum 15. April zu räumen. Ein „zünftiges Richtfest“ soll es auch geben. Der Termin wird noch bekannt gegeben.
ch

 
 vom 04.03.2016

Neue Halle und nur zwei Crews für die Segel-Bundesliga

 

Glücksburg Der letzte Generalversammlungs-Grünkohl des Restaurant-Pächter Heinz Römer mundete, die Finanzen des Flensburger Segel-Clubs (FSC) sind laut Kassenführer Jan Casper bei „einer Eigenkapital-Ouote von 75 Prozent hervorragend“, das Jubiläumsjahr 2015 fand mit der Vorstellung der Festschrift beim Neujahrs-Empfang seinen krönenden Abschluss. Die Ehrungen waren vielfältig und die Wahlen verliefen bis auf freiwillige oder den Statuten entsprechende notwendige Enthaltungen einstimmig, mit Dieter Kopenhagen wurde das 18. Mitglied in die Reihe der Ehrenmitglieder aufgenommen – der FSC ist bestens aufgestellt und befindet sich in ruhigem Fahrwasser. 
Einzig der Neubau der große Halle könnte einige Unbilden in den Vereinsalltag und auch die Regatta-Veranstaltungen bringen. Auf einer außerordentlichen Versammlung wurde der notwendige Neubau beschlossen - Investitionskosten rund 2,4 Millionen Euro. Anfang Mai beginnt der Abriss, bis dahin müssen die Schiffe zu Wasser gelassen sein. Im Oktober ist die Fertigstellung geplant.
Die Überraschung war Archivar Gerd Kall anzusehen, als er vom Vorsitzenden Jochen Frank zu einer besonderen Ehrung aufgerufen wurde. Kall hatte in nahezu zweijähriger Arbeit die umfangreiche Festzeitschrift erstellt. „Das war ein Riesen-Job mit einem ganz tollen Ergebnis“, sagte Jochen Frank zu dem in schlichten, aber edlen Weiß gehalten 208 Seiten starken Buch. „Das war eine umfangreiche Arbeit. Wir wollten nicht nur die alte Festzeitschrift aktualisieren, sondern 125 Jahre Vereinsleben darstellen“, erzählte Kall. Allein 800 Clubzeitungen hatte der FSC-Archivar durchgeblättert – ein Fleißkärtchen ist dafür zu wenig. Der FSC zeichnete ihn mit einer Silberschale aus. „Es war eine schöne Arbeit, die mir unheimlich viel Spaß gemacht hat“, sagte Kall in seiner bescheidenen Art.
Auf dem sportlichen Sektor hält die Olympia-Qualifikation des Nacra 17-Teams Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann die Abteilung Leistungssegeln auf Trab (wir berichteten).
Auch die Segel-Bundesliga war 2015 ein Thema und wird es in der neuen Saison nicht minder sein. Platz neun in der Endabrechnung nach sehr gutem Auftakt war enttäuschend. „Es hat sich gezeigt, dass es notwendig sein wird, feste Crews für jedes Event vorzubereiten und den Wechsel zwischen einigen Crewmitgliedern zu minimieren. Es ist unveränderte Absicht, möglichst mit drei eingespielten Teams an den Start der Serie zu gehen“, hatte Schriftführer Norbert Erichsen in seinem Bericht dargelegt und Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen hatte auf Versammlung zustimmend genickt. Mittlerweile sind aber weitere Entscheidungen gefallen: Die Saison 2016 wird mit zwei Steuerleuten gesegelt, Sven Koch und der noch J 70-unerfahrene Kai Bertallot (Zweiter der Junioren-Europameister im 505er) werden an der Pinne sitzen. Das wurde gestern Abend bei einer Versammlung von Hansen verkündet. Der mehrfache Teilnehmer Michael Ilgenstein wird keinen Event steuern. Nicht alle Bundesliga-Interessierten im FSC können bei der Zwei-Crew-Lösung mit einem Einsatz rechnen. Diejenigen, die nicht zum Bundesliga-Team gehören, können mit den beiden J 70-Booten an Klassenregatten teilnehmen, die ebenfalls finanziell unterstützt werden. „Möglicherweise werden wir im nächsten Jahr wieder drei Crews haben“, erklärte Hansen.
mb

Ein echter Eckener: Das Bild zeigt den Verleger Maaß mit seinem – heute würde man sagen – Taktiker Sören an Bord der „Isa“.

 
 vom 24.03.2015

Die neue Lust an den Lustbooten

1890 wird mit dem FSC der erste Flensburger Segelverein gegründet. Dieser war nie ein beliebiger Segelclub. Das gut sortierte Vereinsarchiv dokumentiert beste Kontakte zu den kaiserlichen Majestäten.

Flensburg 
Siegfried Lenz wollte „diese friedliche Postkarte bewohnen“. Sie wurde gemalt, besungen – und befahren. Die Flensburger Förde mit der dänischen Südsee vor der Haustüre gilt als eines der schönsten Segelreviere Nordeuropas. Wassersport ist hier seit dem 18. Jahrhundert dokumentiert, die Flensburger Regatta vom 6. September 1855 gilt – lange vor der Kieler Woche – als erste organisierte Regattaveranstaltung der westlichen Ostsee.
Dass 12 distinguierte Herren am 17. Mai 1890 im Bahnhofshotel (jetzt Europa-Haus) den Flensburger Segel Club aus der Taufe hoben, war eigentlich überfällig. Das Rudern, vor allem aber die Segelei, entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts vom Vergnügen der Fischer zur Passion der besseren Kreise.
Die Anfänge des frisch gegründeten Vereins waren bescheiden. Zu Beginn lagen die Boote an Brücken und Pfählen verstreut in einem geschäftigen Wirtschaftshafen, in dem sie mehr gelitten als geliebt waren.
Über die „Englische Brücke“, die Bahn nach Tönning und von dort über die Nordsee lief der Ostseehandel mit England.
Erst 1901 wurde dem Verein in Höhe der HaGe-Siloanlagen, gegenüber der heutigen FFG (alte Werft von 1872) eine kleine Fläche im Hafen und eine nicht minder kleine an Land zugewiesen, die 1911 – Gipfel der Gemütlichkeit – mit einem Pavillon, 1924 durch einen finanziellen Kraftakt sogar mit einem richtigen Clubhaus bebaut wurde.
Diese Keimzelle hatte im Prinzip bis 1959 Bestand – dann tauschten die FSC-Segler den Innenhafen mit dem Paradies. Bereits 1934 hatte die Stadt Flensburg auf Betreiben des FSC in Glücksburg-Quellental über das Beschäftigungsprogramm der Notstandsarbeiten einen Schutzhafen bauen lassen, der nach dem Zweiten Weltkrieg unter den Bootseignern immer beliebter wurde, weil er schöner gelegen und viel ruhiger als der hektische Wirtschaftshafen war.
1959 schlossen die Städte Flensburg und Glücksburg einen Erbbaupachtvertrag über das Gelände – ab 1960 konnte hier das Clubgelände des Flensburger Segelclubs in Glücksburg-Quellental ausgebaut werden – an der wohl schönsten Stelle der schönsten Förde der Ostsee.
Der FSC war nie ein beliebiger Segelclub. Das gut sortierte Vereinsarchiv dokumentiert beste Kontakte zu den kaiserlichen Majestäten (Auguste Viktoria war eine Prinzessin des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg), Herzog Friedrich-Ferdinand zu Schleswig-Holstein-Glücksburg wurde hier Commodore – mit besten Verbindungen nach Berlin.
Gerade in der standesbewussten wilhelminischen Gesellschaft waren Vereine wie der FSC, der Kieler Yachtclub oder der Norddeutsche Regattaverein in Hamburg in ihren frühen Jahren Orte, in denen die Eliten überwiegend unter sich blieben.
Massentauglich und zur Bürgerbewegung wurde Segeln erst in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts mit dem Auftauchen der günstig zu bauenden Kunststoff-Yachten. Wobei es durchaus durchlässige Stellen gab. An Bord der „Isa“ zum Beispiel. Dort sammelte Friedrich Maaß, der Verleger der Flensburger Nachrichten, gerne zwei Brüder gerne auch zu größeren Touren um sich: den künstlerisch hoch talentierten Alexander Eckener und seinen älteren Bruder Hugo, der es als Luftschiffer zu Weltruhm bringen sollte. Vierter im Bunde: ein Flensburger Original, „de ole Sören“, ein Fischer von der Ballastbrücke, der einen legendär guten Riecher für Wind und Wetter hatte und nicht nur bei den Meeres-Schippern sehr begehrt war.
Auch der Luftschiffer Eckener soll bei Sören in die Lehre gegangen sein. Sören trank angeblich nur Kaffee und das in beängstigenden Mengen, er sprach nur platt – und das mit jedermann.
Überliefert ist eine Begegnung mit Prinz Heinrich im Glücksburger Strandhotel anlässlich einer Preisverleihung. Alle Club-Leute hatten Sören bekniet, bloß Hoheit und nicht Du zum Prinzen zu sagen. Und was passiert? „Sie sind ja ein glänzender Segler“, spricht der Prinz. „Aber sagen Sie mal. Stimmt es, dass Sie zu jedem Du sagen?“ „Jo, Königliche Hoheit“, sagt der Fischer. „Dat stimm chanz chenau! Aber mi smeerst Du nich an. To Di sech ik nich Du! To Di sech ik Königliche Hoheit!
Den Fischer und den Verleger auf der „Isa“ hat Alexander Eckener auf einem Bild verewigt, dass die Kaufmannsfamilie H.G. Dethleffsen 1970 erwarb und dem FSC schenkte.
Der FSC feiert am 17. Mai sein 125-jähriges Jubiläum.

Holger Ohlsen

 
 vom 11.03.2015

FSC geht großzügig in das Jubiläumsjahr

Flensburger Segler stimmen sich auf das 125-jährige Bestehen ein / Junioren-Weltmeisterschaft der 49er im August

Glücksburg  Auch wenn im Yachthafen des Flensburger Segel-Club (FSC) noch keine Boote liegen, so machte sich bei der 125. Generalversammlung des Vereins doch die Vorfreude auf das Jubiläum-Jahr bemerkbar.
Der Vorsitzende Jochen Frank, der im Clubhaus 177 Mitglieder begrüßte, machte auf den „glücklichen Umstand“ aufmerksam, dass der Gründungstag am 17. Mai in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt.
Der an diesem Tag stattfindende Empfang und das Stiftungsfest am 12. Juni sind nicht die einzigen Gelegenheiten, das Festjahr zu begehen.
Am 11. Juli sind alle Mitglieder zur Jubiläums-Clubwettfahrt eingeladen, gegeneinander zu segeln. Denn schließlich war es die Organisation von Regatten, die sich der Verein bei seiner Gründung 1890 in die Statuten geschrieben hatte.
125 Jahre später sind FSC-Segler auf vielen Revieren und in unterschiedlichen Klassen unterwegs.
Für ihre besonderen seglerischen Leistungen in der Saison 2014 wurden unter anderem Thore Kiesbye für seinen zweiten Platz bei den Jugend-Landesmeisterschaften im Laser 4.7 sowie Sophie Duysen, Jan Tarek Lorenzen und Lennard Wendelborn für ihren EM-Titel im Yngling geehrt. Als Geschenk bekamen die Jugendlichen den Wälzer zur „Seemannschaft“ überreicht – ein über 1000 Seiten dickes Standardwerk, dessen Lektüre erst den Bootsbesitzer zum versierten Yachtsegler macht.
Weniger pädagogisch wertvoll fielen da die Geschenke für die erwachsenen Segler aus. Einen silbernen Wodkabecher erhielten unter anderem Heinz-Peter Schmidt für seinen dritten Platz bei der ORC-WM mit der „Silva Neo“ und Christian Halbig, der bei der Regatta von Kapstadt nach Rio mit seiner Yacht „Iskareen“ den dritten Platz über alles ersegelt hatte.
Den Fahrten-Wanderpreis erhielt Hermann Quay, der in der vergangenen Saison mit 87 Jahren noch über 1700 Seemeilen einhand in Dänemark und Deutschland gesegelt ist.
Auch die Seglerszene soll von der Feststimmung des FSC profitieren. Zu den Höhepunkten der Saison zählen die EM der 12mR-Klasse beim Robbe & Berking-Sterling-Cup Anfang Juli und die Junioren-WM der 49er und 49erFX im August.
Ein weiteres Geschenk setzten die Mitglieder auf den Wunschzettel. Auf Grund seiner stabilen Finanzlage, die der Kassenbericht belegte, möchte sich der Jubiliar für die Zukunft etwas gönnen. So gab die Generalversammlung, nach dem sie den Jahresabschluss festgestellt und den Vorstand entlastet hatte, grünes Licht, um den geplanten Neubau der Bootshallen im Planungsverfahren weiter zu verfolgen.
Frank und alle weiteren Vorstandsmitglieder wurden für ihre Arbeit mit der nahezu einstimmigen Wiederwahlen belohnt.

vb

Anitra auf dem Tieflader: Der Spezialtransport mit der 21-Meter-Yacht war zwei Tage unterwegs.

 vom 15.09.2008

„Anitra“ – ihr zweites Leben in Flensburg

Flensburg/ ft

Das über 50 Jahre gewohnte Bild auf der Flensburger Förde ist wieder komplett. Wie einst „Ostwind“ und „Westwind“ ziehen jetzt „Sphinx“ und „Anitra“ ihre Bahn – Liebhaber klassischer Bootsbaukunst werden das zu schätzen wissen.

– Die erste Reise nach ihrer Wiedergeburt absolvierte sie auf der Landstraße. Zwei Tage von Radolfzell am Bodensee nach Flensburg – ein ganz ordentlicher Törn für eine 80 Jahre alte Lady. Jetzt hängt sie am Harniskai in den Gurten des Krans, und wenigstens zwei Männer an der Wasserkante dürften darauf brennen, die schlanke Yacht so schnell wie möglich in ihrem eigentlichen Element zu erproben. Die beiden Männer gehören zur Eignergemeinschaft. Sie heißen Josef Martin und Peter Tess, die Yacht heißt „Anitra“.

Sie ist ein besonderes Schiff. Sie ist nach ihrem kompletten Wiederaufbau in der Bootswerft des wohl renommiertesten deutschen Holzbootsbauers Josef Martin in Radolfzell die zweite „Überlebende“ einer Flottille von einst sechs identischen Großyachten der 12mR-Klasse. Der noble New York Yachtclub hatte die exklusiven America’s Cup-Racer 1928 im damaligen Niedriglohnland Deutschland bei Abeking & Rasmussen geordert. 2002 stöberte Martin „Anitras“ traurige Überreste in New Jersey auf. Daheim hatte er hinterlegt, er wolle nur einmal schauen. Das war um Weihnachten 2002. Im April 2003 stand „Anitra“ in seiner Werfthalle am Beginn ihres zweiten Lebens.

Die schlanken, zeitlos eleganten Rennyachten der 12m-R-Formel hatten es Josef Martin immer schon angetan. „Als Kind träumte ich davon, einmal ein solches Schiff zu segeln“, bekennt Martin. Am Wochenende hatte er endlich Gelegenheit dazu. „Anitras“ erster Erprobungstörn auf europäischen Gewässern begann 80 Jahre nach ihrem Stapellauf in Lemwerder bei Bremen beim Flensburger Segelclub in Glücksburg-Quellental.

Am Harniskai steht noch jemand mit strahlendem Gesicht. Das ist Oliver Berking. Er kennt die Freuden, die Martin, Tess und Stihl (der Dritte in der Eignergemeinschaft) erwarten. Er hat sie nach Abschluss eines nicht minder Aufsehen erregenden Sanierungsprojektes im Juli erfahren – auf der „Sphinx“. Oliver Berking und seine Partner Gorm Gondesen und Jochen Frank hatten die ehemalige Ausbildungsyacht „Ostwind“ der Marine vor drei Jahren ersteigert und saniert. Seit gestern ist sie kein Einzelkind mehr. „Anitra“ wird neben dem neuen Flaggschiff des FSC einen festen Liegeplatz erhalten. Für den „Ententeich Bodensee“ ist sie viel zu schade.

Es war die umstrittene Versteigerung der „Ostwind“, die Peter Tess mit ins Boot gebracht hat. Der Yachtkonstrukteur war einer der Liebhaber, die sich gegen den Ausverkauf der beiden Marineyachten „Ostwind“ und „Westwind“ ins Ausland gestemmt hatten. „Ich hatte nach Absprache mit Josef Martin damals auf die ,Ostwind’ geboten – aber keinen Zuschlag bekommen“, sagt Tess. „So kam ich zur Anitra“. Er ist nicht traurig darüber. Was die Flensburger Werft unter Kai Wohlenberg geschafft hat, nötigt ihm höchste Anerkennung ab. „Toll, was hier geleistet wurde!“

Sportlich ambitionierte Ziele, wie sie die Flensburger verfolgen, haben die „Anitra“-Eigner nicht. Der Entwurf des US-Konstrukteurs ist schnell, aber nicht so schnell wie die elf Jahre jüngere Konstruktion des legendären Henry Rasmussen. Hätte er die „Ostwind“ ersteigert, er hätte es genau so gemacht, sagt Josef Martin. Die jetzige „Sphinx“ ist unter dem Teakdeck kärglichst möbliert. „Anitra“ hingegen bietet den warmen Komfort eines englischen Salons. „Anitra“ – ein waschechter Reise-Zwölfer.

holger ohlsen 

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 vom 04.06.08

Diva aus Teak mit Traummaßen


Ein Comeback wie aus dem Lehrbuch: Bei ihrer ersten Fahrt unter Segeln wurde gestern die neue „Sphinx“ neugierig beäugt und heftig beklatscht.
Flensburg/sh:z

 
Mit sieben Knoten glitt die „Sphinx“ übers Wasser und zog die Blicke sämtlicher Besatzungen auf der Förde an. Foto : Ohlsen/sh:z  – Es war ein sonniges, ein glänzendes, gelegentlich auch umjubeltes Comeback. Nach zweieinhalbjähriger Restaurierung und vier Jahre nach ihrem letzten Segeltörn kehrte gestern die „Sphinx“ (Ex-„Ostwind“) auf die Förde zurück. Eine Woche zuvor war die klassische Rennyacht im Clubhafen des Flensburger Segelclubs auf den Namen getauft worden, unter dem sie 1939 zuerst auf der Regattapiste erschienen war. Gestern waren die Arbeiten so weit abgeschlossen, dass die 12mR-Yacht erstmals wieder Segel setzen konnte.

 Fast schien es, als hätte das maritime Flensburg die Yacht vermisst. Kaum ein Boot auf der Förde, von dem nicht ein Objektiv auf das schwarz-blaue Traumschiff mit den Traummaßen gerichtet wurde. Die „Alex“ ließ ihre Zerstörer-Sirene heulen, Schiffe des Museumshafens, die für einen sonnigen Nachmittag bei den Ochseninseln Anker geworfen hatten, ließen den Schiffshörnern freien Lauf, während die ranke Schönheit bei einer leichten Brise mit sieben Knoten durchs blaue Wasser glitt. Und mit einer besonderen Genugtuung passierten die neuen Eigner die Marineschule Mürwik, deren Dienstherr, der Bund, das kostbare Schiff ziemlich lieblos an den Meistbietenden verscherbelte, als es eigentlich einen Liebhaber benötigte.

Für die drei Flensburger Eigner, die das Schiff in der umstrittenen Versteigerung des Bundes vor dem wahrscheinlichen Verkauf ins Mittelmeer gerettet hatten, war es der mit Sicherheit schönste Tag, den sie mit ihrem Schiff bisher verbracht hatten. Gorm Gondesen und Jochen Frank waren gleich an Bord gegangen, Oliver Berking wollte sich „Sphinx“ lieber erst einmal aus der Ferne ansehen und stieg zunächst auf eines der Motorboote, die den „Zwölfer“ auf seiner zweiten Jungfernfahrt begleiteten und ihn umkreisten wie Papparazi eine Diva.

Die Gänsehaut angesichts des majestätischen Bildes von Mahagoni, Teak und einem Berg von weißen Segeln mit der Segelnummer G 4 stellte sich nicht nur bei ihm ein. Die Werft-Crew um Kai Wohlenberg, die das herunter gekommene Schiff – von manchen belächelt – mit Bordmitteln der Flensburger Region wieder in diesen tadellosen Zustand versetzt hatten, hatte allen Grund, sich begeistert abzuklatschen.

Ihre Arbeit ist noch nicht zu Ende. An Bord wurden eifrig Vermerke gemacht. Der gestrige Segeltag diente erstens dem Zweck, etwaige Mängel zu erkennen und abzuarbeiten und war zweitens notwendig, der künftigen Crew Gelegenheit zu geben, das Schiff kennen zu lernen. Denn „Sphinx“ wurde in Flensburg wiedererschaffen, um Rennen zu segeln. Kommendes Wochenende wird sie bei den „Midsummer Classics“ des Vereins „Klassische Yachten Flensburg“ erstmals unter Regattabedingungen segeln, eine Woche später geht es zur Kieler Woche, wo auch erste Vergleiche mit anderen „Zwölfern“ warten.

Am 5. Juli wird es ernst, denn dann startet die Weltmeisterschaft der klassischen 12mR-Yachten auf der Flensburger Förde.

holger ohlsen


  8. Juni 2008 von Detlef Jens

Die "Sphinx" ist wieder auferstanden

Oliver Berking, Chef der Silbermanufaktur Robbe & Berking, rettete mit zwei Freunden eine klassische 12er-Yacht vor der Verschrottung. Und gründete gleich noch eine Werft

Es war eine Taufe wie aus dem Bilderbuch, und es ist ein Schiff wie ein Neubau. Dabei wird sie nächstes Jahr 70 Jahre alt - die "Sphinx", ehemals "Ostwind", "Lobito" und ganz früher eben auch "Sphinx". Eine Rennyacht der 12-Meter-R-Klasse, gebaut 1939 bei Abeking & Rasmussen.

"Diese Yachten sind der Traum eines jeden Seglers. Sie haben dank des America's Cup eine interessante Geschichte und sind der Inbegriff der klassischen Yacht. Viele moderne Yachten sind zwar größer, können in ihrer Ästhetik aber einfach nicht an einen 12er heranreichen", sagt Oliver Berking. Der Flensburger Unternehmer ist einer der drei Eigner dieser historischen Yacht. Zusammen mit seinen Freunden Jochen Frank und Gorm Gondesen ließ er sie unter Leitung von Kai Wohlenberg restaurieren. 

Zur "Wiedertaufe" des 21,38 Meter langen Schiffes, das mit seinem zweiten Stapellauf den ursprünglichen Namen zurückbekam, waren viele Segler aus ganz Deutschland angereist. Unter ihnen auch Hans Schaedla von Abeking & Rasmussen, der Enkel von Henry Rasmussen, der die "Sphinx" einst entworfen und gebaut hatte. Wie viele andere anwesende Experten war auch er begeistert von dem Perfektionismus der Restaurierung. "Auf unserer Werft könnten wir das nicht mehr machen", sagt er bedauernd. A&R hat sich heute auf größere Schiffe spezialisiert.

Die "Sphinx" war ursprünglich vom Norddeutschen Regatta-Verein in Auftrag gegeben worden und wurde am 28. April 1939 abgeliefert - zu einem unglücklichen Zeitpunkt, nur wenige Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Immerhin, einen Sommer lang durfte sie noch Regatten segeln, wo sie höchst erfolgreich lief. Nach Kriegsende hatte der NRV sein Klubhaus und die meisten seiner Schiffe verloren. Dank glücklicher Umstände konnte der 12er jedoch gerettet werden. Deutsche durften damals allerdings nur noch Boote segeln, die kleiner als sechs Meter waren.

So kam es auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Erich F. Laeisz zu einem Ringtausch. Er verkaufte die "Sphinx" an zwei Klubmitglieder des NRV, Hans und Wolfgang Freudenberg, Inhaber einer großen Holzhandlung, vor allem aber Inhaber chilenischer Pässe. Unter chilenischer Flagge durften sie die Yacht segeln und bezahlten sie mit einer Waggonladung Eiche, Lärche und Mahagoni. Dieses Holz reichte der NRV an Abeking & Rasmussen weiter, und Henry Rasmussen lieferte dafür zwölf Hummelboote, fünf Piraten, zwei kleine Kielboote vom Typ Sonderling und acht Hansajollen.

Die Freudenbergs segelten die Yacht nach dem Krieg unter dem Namen "Lobito" und gewannen mit ihr 1948 die traditionsreiche Regatta um das "Blaue Band der Niederelbe". Zehn Jahre später, 1958, wurde "Sphinx" an die Marineschule in Flensburg-Mürwik verkauft, wo die Yacht bis 2004 unter dem Namen "Ostwind" als Ausbildungsschiff diente. In den 60er- und 70er-Jahren gewann die Marine mit ihr insgesamt neunmal das Blaue Band der Flensburger Förde für die schnellste einheimische Yacht. Gleichzeitig besaß die Marine noch den ein Jahr vor der "Sphinx" gebauten 12er "Inga". Die beiden Schiffe erhielten die Namen "Ostwind" und "Westwind".

2005 jedoch wurde der Marine der Unterhalt der klassischen Yachten aber zu mühsam und zu teuer. Zahlreiche Flensburger setzten sich zwar dafür ein, die Schiffe an der Förde zu halten, doch nur das Trio Berking, Frank und Gondesen gab bei der Versteigerung tatsächlich ein Gebot ab.

"Seither können wir es ein bisschen verstehen, warum die Marine sich trennen wollte", sagt Jochen Frank - wie jeder Spaß enthielt auch dieser ein Körnchen Wahrheit. Denn die Restaurierung der Yacht war viel aufwendiger, als von den neuen Eignern gedacht.

Das hat aber auch seine positiven Seiten. Denn so konnte Kai Wohlenberg mit seinem Team viel Erfahrung sammeln. Oliver Berking verkündete deshalb während der Taufe: "Wir haben jetzt so viel Wissen angesammelt, dass es schade wäre, es in einer Schublade verstauben zu lassen." Zwar war zu Beginn des Projektes "Sphinx" keine Werftgründung geplant, aber genau das ist passiert: Gemeinsam mit Wohlenberg gründete Oliver Berking eine Werft. "Wir wollen klassische Yachten wieder beleben", sagt er. Neue Projekte gibt es auch schon, darunter der von dem legendären Olin Stephens entworfene und ebenfalls 1939 bei Abeking & Rasmussen gebaute 6er "Nirvana". 

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