Übersicht Presse

  

  • 29.11.16  FL.  Tageblatt "Wir haben uns in Bewegung gesetzt"
  • 12.05.16  FL. Tageblatt  Neue Bootshalle für den Segelclub
  • 04.03.16  FL. Tageblatt  Neue Hallen und nur zwei Crews für die Segel-Bundesliga
  • 24.03.15  FL. Tageblatt  Die neue Lust an den Lustbooten
  • 11.03.15  FL. Tageblatt  FSC geht großzügig in das Jubiläumsjahr
  • 04.03.14  FL. Tageblatt  Schneller Törn durch das Segel-Jahr
  • 27.08.13  Fl. Tageblatt   Flensburger Duo Deutscher Meister
  • 16.11.12  FL. Tageblatt  SVSH - Segler des Jahres 2012
  • 01.03.12  Fl. Tageblatt   Keine Reduzierung des Regattaprogramms
  • 06.02.10  FL. Tageblatt  49er-Duo unter den Top Ten beim World-Cup vor Miami
  • 21.09.09  Fl. Tageblatt   Bingo: "Black Jack" gewinnt Blaues Band
  • 15.09.08  FL. Tageblatt  "Anitra" - Ihr zweites Leben in Flensburg
  • 04.06.08  Fl. Tageblatt   Diva mit Traummaßen
  • 08.06.08  Die Welt          Die "Spinx" ist wieder auferstanden

 


 
 vom 29.11.2016

„Wir haben uns in Bewegung gesetzt“

Aufbruchstimmung beim Bundesliga-Team des Flensburger Segel-Clubs. Zwei Crews sollen den Wiederaufstieg in die 1. Liga schaffen / Mehr Fitness und Wintertraining im Süden

Glücksburg „Wir dürfen nicht nur denken, wir müssen auch loslaufen“, hatte Jörg Rothert nach dem Abstiegs-Debakel des Flensburger Segel-Clubs (FSC) aus der 1. Segel-Bundesliga als Konsequenz gefordert. Jetzt – 24 Tage nach dem unvorstellbar schlechten Finale mit anschließender, total vergeigter Relegation auf der Hamburger Außenalster – sind die ersten Analysen gemacht, und der Blick auf die nächste Saison gerichtet, die mit dem Wiederaufstieg beendet werden soll. Viele Dinge sind im Bereich Leistungssegeln und speziell beim Bundesliga-Teamtreffen besprochen worden. „Wir haben uns in Bewegung gesetzt“, sagt FSC-Trainer und Teammitglied Rothert jetzt und meint damit nicht nur die Auftritte auf dem Laufband des „Cybex“-Uni-Fitness. „Ein Baustein soll eine gesteigerte Fitness sein“, erzählt Rothert. „Und das gilt nicht nur mich als 46-Jährigen. So ein Bundesliga-Segeltag in der J/70 kann ganz schön an die körperliche Substanz gehen. Dafür müssen wir fit sein.“ Und deshalb soll es öfter ein gemeinsames Training im Fitness-Studio geben. Trainingspläne von Rothert, Trainings-Übungen von Jan Hauke Erichsen – „Fit for Aufstiegs-Fight“ also.
Weitere Veränderungen betreffen das Training auf dem Wasser und die Crewgestaltung. „Wir müssen mehr trainieren, um zu den besten Bundesliga-Vereinen Deutschlands zu gehören. Unterschiede zu den Topteams gibt es definitiv in der Saisonvorbereitung und den Zusammensetzungen der Crews“, lautete das Fazit von Jan Hauke Erichsen im Newsletter des FSC-Leistungssegelns. „Das müssen wir umsetzen. Wir wollen wieder in die 1. Bundesliga aufsteigen“, sagt Erichsen im Gespräch zwischen einem Nacra-Testsegeln und kurz vor dem Weg in Fitness-Studio.
Crewtechnisch wird der nördlichste Verein der 1. und 2. Bundesliga auf das angestammte Personal zurückgreifen. Beim Teamtreffen waren 20 Segler an Bord, zwölf haben sich für das Bundesliga-Team angemeldet. „Ich war positiv überrascht“, meinte FSC-Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen, der weiterhin über die Finanzen des Bundesliga-Auftritts wacht und bei der Zielsetzung für die Saison 2017 auf gleichem Kurs ist: „Wir wollen wieder aufsteigen.“
Die neue Crew-Planung: Die fünf Zweitliga-Events sollen mit zwei festen Teams bestritten werden. Als Steuerleute werden Michael Ilgenstein, Jan Hauke Erichsen und Kai Bertallot zur Verfügung stehen. „Die Klippe, dass ein Team nur ein Event segelt, wollten wir umschiffen“, sagt Rothert. Und nur ein einziges Team für die gesamte Saison aufzustellen, sei nicht die Bundesliga-Idee und auch nicht die des FSC. „Dann würde es auf einen Mannschafts- und nicht auf einen Vereinswettbewerb hinauslaufen. Unser Konzept setzt auf Nachhaltigkeit und der Einbindung junger Segler“, erklärt der FSC-Coach. Welche Crew an zwei, oder an drei Spieltagen an den Start gehen wird, soll sich im Laufe der Saison entscheiden und hängt auch von der beruflichen Situation der Crew-Mitglieder ab. Erichsen, der ab kommenden Jahr auch das Management des Bundesliga-Teams übernimmt, wird erstmals als Steuermann in der Liga an den Start gehen. Dass der nur knapp an der Olympiateilnahme in Rio gescheiterte Segler auch große J/70-Affinität besitzt, hat der 26-Jährige als Dritter der German Open in der boomenden Einheitsklasse bewiesen. „Wenn sich allerdings im Laufe der Saison eine bessere Konstellation ergibt, bin ich bereit, zurückzustehen“, schiebt Erichsen nach.
In der Serie 2017 stehen aus beruflichen Gründen Steuermann Sven Koch und Taktiker Morten Massmann nicht für Liga-Einsätze zur Verfügung. „Beide sind in ihren Jobs ziemlich eingebunden und können den zeitlichen Aufwand nicht aufbringen“, berichtet Rothert. „Aber beide werden uns an anderer Stelle zur Verfügung stehen. Vielleicht beim Training oder als Begleitung im Speedboot. Die Außensicht auf ein Rennen ist immer wichtig. Wir haben uns über die Unterstützung gefreut.“
Was das Segel-Training selbst betrifft, will der FSC mit seinem Bundesliga-Team neue Wege gehen – und zwar in den Süden. Im Februar ist mit mehreren Vereinen ein Intensiv-Training in südlichen Gefilden vorgesehen. Gardasee oder Barcelona sind im Gespräch. Die bewährte Zusammenarbeit mit dem „Haus- und Hof-Partner“ NRV (Norddeutscher Regattaverein) wird fortgesetzt. Erstliga-Aufsteiger Hamburger Segel-Club (HSC) hat bereits den Kontakt gesucht und auch einige Südvereine sind als Sparringspartner im Gespräch. „Die Bundesliga hat eine rasante Entwicklung genommen. Einige Teams segeln ihre Winterserie vor Monaco. Wir müssen etwas tun, um mitzuhalten“, unterstreicht Erichsen, der beim FSC für zwei Jahre eine halbe Stelle als Trainer Leistungssegeln bekommen hat.
Ob nun Gardasee oder Barcelona, das hängt auch von den Vorstellungen der anderen vier bis sechs teilnehmenden Vereine ab. Für Rothert ist der Gardasee „logistisch ungünstig“, für „Sunnyboy“ Erichsen ist der Lago in der Provinz Trentino im Februar zu kalt und neblig – die Prioritäten sind also gesetzt.
Bei der Finanzierung hofft der FSC weiter auf die großzügige Unterstützung von Eberhard Wienholt, der selbst und seine Stiftung bereits am Erwerb der insgesamt vier J/70-Boote für den NRV und den FSC beteiligt war. Wienholt macht sich viele Gedanken um den NRV und den FSC und die Einheitsklasse J/70. Kurz nach dem Abstieg auf der Alster bekam der FSC-Regatta-Obmann einen Anruf von Wienholt und die Zusage für einen neuen Satz Segel. „Auf meine Frage, womit wir das verdient hätten, antwortete er – als Trost“, erzählt Hansen aus dem Gespräch. Wienholt feierte unlängst seinen 89. Geburtstag und wird sich freuen, dass sich das Bundesliga-Team des FSC in Bewegung gesetzt hat, um dann richtig loszulaufen – nicht nur auf dem Laufband.

Michael Bock

FSC-Segler im Bundesliga-Einsatz 2016: Kai Bertallot; Thore Kiesbye; Tobias Konow; Cedric Menzel; Michael Ilgenstein, Jörg Rothert, Oliver Huber; Bernhard Outzen; Sven Koch; Jan-Hauke Erichsen; Alexander Erichsen; Hans-Henning Höft; Morten Massmann; Henrik Höft.

 
 vom 12.05.2016

 

Neue Bootshalle für den Segelclub

Vom Holzwurm zerfressen: Alte Konstruktion muss ersetzt werden / Neubau ist größer und gegen Kälte isoliert / Fertigstellung Ende August
Glücksburg

Ein Bagger mit Greifzange bringt das Skelett der alten Bootshalle zum Einstürzen. Der Flensburger Segelclub (FSC) präsentiert sich in diesem Sommer als Baustelle. Grund ist der Neubau einer Bootshalle. Auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern entstehen Winterlager, Jugendräume, Archiv und Bootsbauerei neu. Die zukünftige Halle wird 400 Quadratmeter größer als die alte sein. Der Parkplatz wird ebenfalls erneuert. Lediglich das Clubhaus bleibt unverändert – es wurde vor sechs Jahren saniert und erweitert. Die aktuellen Maßnahmen kosten 2,6 Millionen Euro. Bis Ende August sollen sie abgeschlossen sein. „Die kleine Holzhalle, die vor etwa 60 Jahren gebraucht von der Flensburger Schiffsbaugesellschaft erworben wurde, war nach rund 100 Jahren so sehr vom Holzwurm zerfressen, dass eine Instandsetzung nicht mehr rentabel war“, sagte Kassenwart Jan Casper. Die große Halle, die vor mehr als 50 Jahren an die kleine Halle angebaut worden war, war noch mit Eternitplatten gedeckt. „Die zerbröckelten. Außerdem gab es statische Mängel, so dass wir die Halle bei starkem Wind sperren mussten“, so Casper weiter. Die neue Halle soll in einem „freundlichen Anthrazit“ gehalten sein und eine Lichtkuppel bekommen. Durch das Entgegenkommen des benachbarten ADS Grenzfriedensbund, der dem FSC eine Baulast einräumte, wird die Halle an der Ostseite über eine Länge von 130 Metern um zweieinhalb Meter verbreitert. Durch isolierte Stahlpaneele soll sie nahezu frostfrei sein. Die Jugendräume werden künftig zum Wasser ausgerichtet liegen. Die Trainer können somit auch von drinnen verfolgen, was auf dem Wasser geschieht. Casper wies darauf hin, dass das Bauvorhaben auf der außerordentlichen Generalversammlung am 19. November 2015 „ohne eine einzige Gegenstimme“ von den Mitgliedern genehmigt wurde. Die Nord-Ostsee Sparkasse finanziere das Projekt mit 2,3 Millionen Euro. Das gesamte Bauvolumen könne aus den Einnahmen von den Hallenliegern finanziert werden. Eine Beitragserhöhung für die 767 Mitglieder sei nicht notwendig. „Besonders freut mich, dass der Bau fast ausschließlich durch hiesige Unternehmen, die zum großen Teil auch Clubmitglieder sind, errichtet wird“, ergänzte der Kassenwart. Clubkameraden Ulli Huber, Hermann Höft und Harald Petersen seien an den Planungen beteiligt gewesen. Die Firma Höft sei Generalunternehmer. Insofern sei die Hoffnung groß, „dass die Kosten im Rahmen bleiben“, sagte Casper. Alle Clubkameraden hätten vorbildlich geholfen, die Hallen bis zum 15. April zu räumen. Ein „zünftiges Richtfest“ soll es auch geben. Der Termin wird noch bekannt gegeben.
ch

 
 vom 04.03.2016

Neue Halle und nur zwei Crews für die Segel-Bundesliga

 

Glücksburg Der letzte Generalversammlungs-Grünkohl des Restaurant-Pächter Heinz Römer mundete, die Finanzen des Flensburger Segel-Clubs (FSC) sind laut Kassenführer Jan Casper bei „einer Eigenkapital-Ouote von 75 Prozent hervorragend“, das Jubiläumsjahr 2015 fand mit der Vorstellung der Festschrift beim Neujahrs-Empfang seinen krönenden Abschluss. Die Ehrungen waren vielfältig und die Wahlen verliefen bis auf freiwillige oder den Statuten entsprechende notwendige Enthaltungen einstimmig, mit Dieter Kopenhagen wurde das 18. Mitglied in die Reihe der Ehrenmitglieder aufgenommen – der FSC ist bestens aufgestellt und befindet sich in ruhigem Fahrwasser. 
Einzig der Neubau der große Halle könnte einige Unbilden in den Vereinsalltag und auch die Regatta-Veranstaltungen bringen. Auf einer außerordentlichen Versammlung wurde der notwendige Neubau beschlossen - Investitionskosten rund 2,4 Millionen Euro. Anfang Mai beginnt der Abriss, bis dahin müssen die Schiffe zu Wasser gelassen sein. Im Oktober ist die Fertigstellung geplant.
Die Überraschung war Archivar Gerd Kall anzusehen, als er vom Vorsitzenden Jochen Frank zu einer besonderen Ehrung aufgerufen wurde. Kall hatte in nahezu zweijähriger Arbeit die umfangreiche Festzeitschrift erstellt. „Das war ein Riesen-Job mit einem ganz tollen Ergebnis“, sagte Jochen Frank zu dem in schlichten, aber edlen Weiß gehalten 208 Seiten starken Buch. „Das war eine umfangreiche Arbeit. Wir wollten nicht nur die alte Festzeitschrift aktualisieren, sondern 125 Jahre Vereinsleben darstellen“, erzählte Kall. Allein 800 Clubzeitungen hatte der FSC-Archivar durchgeblättert – ein Fleißkärtchen ist dafür zu wenig. Der FSC zeichnete ihn mit einer Silberschale aus. „Es war eine schöne Arbeit, die mir unheimlich viel Spaß gemacht hat“, sagte Kall in seiner bescheidenen Art.
Auf dem sportlichen Sektor hält die Olympia-Qualifikation des Nacra 17-Teams Jan Hauke Erichsen und Lea Spitzmann die Abteilung Leistungssegeln auf Trab (wir berichteten).
Auch die Segel-Bundesliga war 2015 ein Thema und wird es in der neuen Saison nicht minder sein. Platz neun in der Endabrechnung nach sehr gutem Auftakt war enttäuschend. „Es hat sich gezeigt, dass es notwendig sein wird, feste Crews für jedes Event vorzubereiten und den Wechsel zwischen einigen Crewmitgliedern zu minimieren. Es ist unveränderte Absicht, möglichst mit drei eingespielten Teams an den Start der Serie zu gehen“, hatte Schriftführer Norbert Erichsen in seinem Bericht dargelegt und Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen hatte auf Versammlung zustimmend genickt. Mittlerweile sind aber weitere Entscheidungen gefallen: Die Saison 2016 wird mit zwei Steuerleuten gesegelt, Sven Koch und der noch J 70-unerfahrene Kai Bertallot (Zweiter der Junioren-Europameister im 505er) werden an der Pinne sitzen. Das wurde gestern Abend bei einer Versammlung von Hansen verkündet. Der mehrfache Teilnehmer Michael Ilgenstein wird keinen Event steuern. Nicht alle Bundesliga-Interessierten im FSC können bei der Zwei-Crew-Lösung mit einem Einsatz rechnen. Diejenigen, die nicht zum Bundesliga-Team gehören, können mit den beiden J 70-Booten an Klassenregatten teilnehmen, die ebenfalls finanziell unterstützt werden. „Möglicherweise werden wir im nächsten Jahr wieder drei Crews haben“, erklärte Hansen.
mb

Ein echter Eckener: Das Bild zeigt den Verleger Maaß mit seinem – heute würde man sagen – Taktiker Sören an Bord der „Isa“.

 
 vom 24.03.2015

Die neue Lust an den Lustbooten

1890 wird mit dem FSC der erste Flensburger Segelverein gegründet. Dieser war nie ein beliebiger Segelclub. Das gut sortierte Vereinsarchiv dokumentiert beste Kontakte zu den kaiserlichen Majestäten.

Flensburg 
Siegfried Lenz wollte „diese friedliche Postkarte bewohnen“. Sie wurde gemalt, besungen – und befahren. Die Flensburger Förde mit der dänischen Südsee vor der Haustüre gilt als eines der schönsten Segelreviere Nordeuropas. Wassersport ist hier seit dem 18. Jahrhundert dokumentiert, die Flensburger Regatta vom 6. September 1855 gilt – lange vor der Kieler Woche – als erste organisierte Regattaveranstaltung der westlichen Ostsee.
Dass 12 distinguierte Herren am 17. Mai 1890 im Bahnhofshotel (jetzt Europa-Haus) den Flensburger Segel Club aus der Taufe hoben, war eigentlich überfällig. Das Rudern, vor allem aber die Segelei, entwickelte sich Ende des 19. Jahrhunderts vom Vergnügen der Fischer zur Passion der besseren Kreise.
Die Anfänge des frisch gegründeten Vereins waren bescheiden. Zu Beginn lagen die Boote an Brücken und Pfählen verstreut in einem geschäftigen Wirtschaftshafen, in dem sie mehr gelitten als geliebt waren.
Über die „Englische Brücke“, die Bahn nach Tönning und von dort über die Nordsee lief der Ostseehandel mit England.
Erst 1901 wurde dem Verein in Höhe der HaGe-Siloanlagen, gegenüber der heutigen FFG (alte Werft von 1872) eine kleine Fläche im Hafen und eine nicht minder kleine an Land zugewiesen, die 1911 – Gipfel der Gemütlichkeit – mit einem Pavillon, 1924 durch einen finanziellen Kraftakt sogar mit einem richtigen Clubhaus bebaut wurde.
Diese Keimzelle hatte im Prinzip bis 1959 Bestand – dann tauschten die FSC-Segler den Innenhafen mit dem Paradies. Bereits 1934 hatte die Stadt Flensburg auf Betreiben des FSC in Glücksburg-Quellental über das Beschäftigungsprogramm der Notstandsarbeiten einen Schutzhafen bauen lassen, der nach dem Zweiten Weltkrieg unter den Bootseignern immer beliebter wurde, weil er schöner gelegen und viel ruhiger als der hektische Wirtschaftshafen war.
1959 schlossen die Städte Flensburg und Glücksburg einen Erbbaupachtvertrag über das Gelände – ab 1960 konnte hier das Clubgelände des Flensburger Segelclubs in Glücksburg-Quellental ausgebaut werden – an der wohl schönsten Stelle der schönsten Förde der Ostsee.
Der FSC war nie ein beliebiger Segelclub. Das gut sortierte Vereinsarchiv dokumentiert beste Kontakte zu den kaiserlichen Majestäten (Auguste Viktoria war eine Prinzessin des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg), Herzog Friedrich-Ferdinand zu Schleswig-Holstein-Glücksburg wurde hier Commodore – mit besten Verbindungen nach Berlin.
Gerade in der standesbewussten wilhelminischen Gesellschaft waren Vereine wie der FSC, der Kieler Yachtclub oder der Norddeutsche Regattaverein in Hamburg in ihren frühen Jahren Orte, in denen die Eliten überwiegend unter sich blieben.
Massentauglich und zur Bürgerbewegung wurde Segeln erst in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts mit dem Auftauchen der günstig zu bauenden Kunststoff-Yachten. Wobei es durchaus durchlässige Stellen gab. An Bord der „Isa“ zum Beispiel. Dort sammelte Friedrich Maaß, der Verleger der Flensburger Nachrichten, gerne zwei Brüder gerne auch zu größeren Touren um sich: den künstlerisch hoch talentierten Alexander Eckener und seinen älteren Bruder Hugo, der es als Luftschiffer zu Weltruhm bringen sollte. Vierter im Bunde: ein Flensburger Original, „de ole Sören“, ein Fischer von der Ballastbrücke, der einen legendär guten Riecher für Wind und Wetter hatte und nicht nur bei den Meeres-Schippern sehr begehrt war.
Auch der Luftschiffer Eckener soll bei Sören in die Lehre gegangen sein. Sören trank angeblich nur Kaffee und das in beängstigenden Mengen, er sprach nur platt – und das mit jedermann.
Überliefert ist eine Begegnung mit Prinz Heinrich im Glücksburger Strandhotel anlässlich einer Preisverleihung. Alle Club-Leute hatten Sören bekniet, bloß Hoheit und nicht Du zum Prinzen zu sagen. Und was passiert? „Sie sind ja ein glänzender Segler“, spricht der Prinz. „Aber sagen Sie mal. Stimmt es, dass Sie zu jedem Du sagen?“ „Jo, Königliche Hoheit“, sagt der Fischer. „Dat stimm chanz chenau! Aber mi smeerst Du nich an. To Di sech ik nich Du! To Di sech ik Königliche Hoheit!
Den Fischer und den Verleger auf der „Isa“ hat Alexander Eckener auf einem Bild verewigt, dass die Kaufmannsfamilie H.G. Dethleffsen 1970 erwarb und dem FSC schenkte.
Der FSC feiert am 17. Mai sein 125-jähriges Jubiläum.

Holger Ohlsen

 
 vom 11.03.2015

FSC geht großzügig in das Jubiläumsjahr

Flensburger Segler stimmen sich auf das 125-jährige Bestehen ein / Junioren-Weltmeisterschaft der 49er im August

Glücksburg  Auch wenn im Yachthafen des Flensburger Segel-Club (FSC) noch keine Boote liegen, so machte sich bei der 125. Generalversammlung des Vereins doch die Vorfreude auf das Jubiläum-Jahr bemerkbar.
Der Vorsitzende Jochen Frank, der im Clubhaus 177 Mitglieder begrüßte, machte auf den „glücklichen Umstand“ aufmerksam, dass der Gründungstag am 17. Mai in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt.
Der an diesem Tag stattfindende Empfang und das Stiftungsfest am 12. Juni sind nicht die einzigen Gelegenheiten, das Festjahr zu begehen.
Am 11. Juli sind alle Mitglieder zur Jubiläums-Clubwettfahrt eingeladen, gegeneinander zu segeln. Denn schließlich war es die Organisation von Regatten, die sich der Verein bei seiner Gründung 1890 in die Statuten geschrieben hatte.
125 Jahre später sind FSC-Segler auf vielen Revieren und in unterschiedlichen Klassen unterwegs.
Für ihre besonderen seglerischen Leistungen in der Saison 2014 wurden unter anderem Thore Kiesbye für seinen zweiten Platz bei den Jugend-Landesmeisterschaften im Laser 4.7 sowie Sophie Duysen, Jan Tarek Lorenzen und Lennard Wendelborn für ihren EM-Titel im Yngling geehrt. Als Geschenk bekamen die Jugendlichen den Wälzer zur „Seemannschaft“ überreicht – ein über 1000 Seiten dickes Standardwerk, dessen Lektüre erst den Bootsbesitzer zum versierten Yachtsegler macht.
Weniger pädagogisch wertvoll fielen da die Geschenke für die erwachsenen Segler aus. Einen silbernen Wodkabecher erhielten unter anderem Heinz-Peter Schmidt für seinen dritten Platz bei der ORC-WM mit der „Silva Neo“ und Christian Halbig, der bei der Regatta von Kapstadt nach Rio mit seiner Yacht „Iskareen“ den dritten Platz über alles ersegelt hatte.
Den Fahrten-Wanderpreis erhielt Hermann Quay, der in der vergangenen Saison mit 87 Jahren noch über 1700 Seemeilen einhand in Dänemark und Deutschland gesegelt ist.
Auch die Seglerszene soll von der Feststimmung des FSC profitieren. Zu den Höhepunkten der Saison zählen die EM der 12mR-Klasse beim Robbe & Berking-Sterling-Cup Anfang Juli und die Junioren-WM der 49er und 49erFX im August.
Ein weiteres Geschenk setzten die Mitglieder auf den Wunschzettel. Auf Grund seiner stabilen Finanzlage, die der Kassenbericht belegte, möchte sich der Jubiliar für die Zukunft etwas gönnen. So gab die Generalversammlung, nach dem sie den Jahresabschluss festgestellt und den Vorstand entlastet hatte, grünes Licht, um den geplanten Neubau der Bootshallen im Planungsverfahren weiter zu verfolgen.
Frank und alle weiteren Vorstandsmitglieder wurden für ihre Arbeit mit der nahezu einstimmigen Wiederwahlen belohnt.

vb

 

Schneller Törn durch das Segel - Jahr

vom 04.03.14

124. Generalversammlung des Flensburger Segelclubs / Trainings-Boot für die Bundesliga
Glücksburg

Nach einem unaufgeregten „Zwei-Stunden-Törn“ hatte Jochen Frank als Kapitän des Versammlungsbootes vom Flensburger Segel-Club (FSC) die Ziellinie erreicht.
Die 124. Generalversammlung des FSC war eine der schnelleren Regatten durch das vergangene Vereinsjahr mit Ausblick auf die Saison 2014. Vorstellungen, Ehrungen, Wahlen und Finanzen waren keine Wetterkapriolen auf dem Kurs des FSC-Vorsitzenden.
Wichtige Erkenntnis: Das traditionelle Grünkohlessen im Clubhaus in Glücksburg-Quellental als „Regatta“-Vorbereitung schmeckte den über 130 anwesenden von 750 Vereinsmitgliedern.
Noch wichtiger nach dem Mundabwischen und dem Null-Start pünktlich um 19.30 Uhr: Die Finanzen stimmen, der Verein hat vieles umgesetzt und einiges in Planung. „Da sind gut 2,4 Millionen Euro durch die Kasse gelaufen. Ein ganz ordentliches Volumen“, meinte Kassenwart Jan Casper, bevor er detailliert die Aktiva und Passiva erläuterte. Der Haushalt 2014 ist mit 750 000 Euro plus 50 000 Investitionskosten für Jugendboote angesetzt.
Zwecks Verbesserung der Bundesliga-Tauglichkeit hat sich der FSC eine gebrauchte J 70 von der Mittelmanns Werft in Kappeln für gut 38 000 Euro zugelegt. „Inklusive Trailer“, betont Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen. Damit besteht die Möglichkeit, in Hamburg ein gemeinsames Bundesliga-Training mit dem Norddeutschen Regattaverein (NRV) abzuhalten. Der Flensburger Segel-Club gehört zu den Gründungsmitgliedern der Segel-Bundesliga und belegte in der vergangenen Saison Platz elf unter 18 Vereinen.
„Um in der Liga bestehen zu können, ist es erforderlich, dass unsere Teams mit dem Bootsmaterial trainieren können“, erklärte Hansen die Notwendigkeit des Kaufes. Geplant ist, die Investition vollständig aus Spenden zu finanzieren.
Der FSC ist in gut vier Wochen (1. bis 4. April) gemeinsam mit der Hanseatischen Yachtschule (DHH) Ausrichter der Relegation. Die besten fünf Teams belegen die begehrten Aufstiegsplätze in die 1. Segel-Bundesliga, die Teams auf den Plätzen sechs bis 23 erreichen die 2. Bundesliga. Insgesamt nehmen 63 Vereine an der Relegation teil. Parallel zur Generalversammlung wurde bei der Konzept Werft-Agentur in Hamburg der „Spielplan“ für die Relegation entworfen. Es sollen 90 Wettfahrten auf 14 Booten (sechs J/70; acht J/80) gesegelt werden. „Ein echt strammes Programm“, sagt der FSC-Wettfahrtleiter. Ein Programm, so „straff geführt“ wie die Kasse des FSC, wie Prüfer Hartmut Ehlers befand.
Die Entlastung des Vorstandes war einstimmig. Was gab es noch ? Mit erfreuter Aufmerksamkeit wurde der ausführlichen Vorstellung der neuen 1. Vorsitzenden des Jugendausschusses Nele Sophie Eichorn gelauscht. „Wer den Vorsitz hat, darf auch am längsten reden“, kommentierte Club-Chef Frank.
Die Galionsfigur an der Wand des Clubhauses, seinerzeit von Norbert Lorck-Schierning gestiftet, hatte Patina angesetzt und wurde „behutsam wieder aufgefrischt“. Launige Meinung aus der Versammlung: „Die Rasur wurde vergessen.“
Besondere seglerische Leistung: Clubmitglied Lars Ole Holm wurde für den zweiten Platz bei der 12mR-Weltmeisterschaft mit einem Robbe & Berking-Silberbecher ausgezeichnet. Holm segelte auf der Kieler „Trivia“ - und das im Flensburger „Sphinx-Land“. Gleich zwei Silberbecher erhielt Andreas Christiansen. Der Vorsitzender des NRV und langjähriges Mitglied im FSC siegte in den beiden vergangenen Jahren bei der 5,5er-WM vor Curacao. Ein Vorsitzender zeichnete den Vorsitzenden aus. Der Vorteil, Chef beim FSC zu sein: „Mit unseren Silberbechern sind wir dem NRV immer ein gutes Stück voraus.“
Michael Bock

Wahlen: Einstimmig wiedergewählt bei eigener Enthaltung wurden: 2. Vorsitzender Lars Kühl; 2. Kassenführer Christoph Barth; 2. Takelmeister Jörn Petry und Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen. Bestätigt: Jugendobmann Dr. Wulf Kiesbye.

Bilder siehe >Clubleben >Events / Bilder >Bilder Generalversammlung

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Foto: Ingvild Buchholz

  vom 27.08.13

Flensburger Duo Deutscher Meister

German Open in der olympischen 49er-Klasse: Jan-Hauke Erichsen und Max Lutz nutzen bei viel Wind ihren Heimvorteil
Glücksburg

Sie haben es tatsächlich geschafft und ihr ambitioniertes Ziel erreicht! Das Glücksburger 49er-Team Jan-Hauke Erichsen und Max Lutz vom Flensburger Segel-Club gewann am Wochenende die German Open ihrer Klassenvereinigung. In der Gesamtwertung erreichte das Duo den zweiten Platz hinter dem dänischen Olympiasieger von 2008, Jonas Warrer mit Vorschoter Peter Lang aus Kopenhagen. Die überglücklichen frischgebackenen Deutschen Meister blieben bei aller Freude selbstkritisch:
„Vielleicht waren wir zu Beginn nervös, da wir zu Hause und erstmalig mit unserem neuen Boot zeigen wollten, dass wir gut sind, aber ab dem zweiten Tag sind wir sehr gute und konstante Ergebnisse gefahren“, Jan-Hauke Erichsen nach der Siegerehrung. „Die Starkwindbedingungen kamen uns entgegen. Wir sind sehr glücklich, dass wir Deutsche Meister geworden sind und das in einem 49er Feld, dass bei einer DM noch nie so stark besetzt war wie in diesem Jahr.“
Platz drei ging an die Dänen Jonathan Bay und Christopher Thorsell (Kopenhagen). Vierte und damit zweitbeste Deutsche wurden Bundestrainer Thomas Rein aus Schwerin und Vorschoter Thomas Plössel aus Hamburg, die den Gewinnern der olympischen Bronzemedaille 2012, den Dänen Allan Noerregaard und Anders Thomsen (Kolding). Rein war für Erik Heil eingesprungen, der derzeit vor San Francisco am Youth America's Cup teilnimmt. Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann vom Norddeutschen Regatta Verein, die deutschen Teilnehmer bei den Olympischen Spielen 2012 in London/Weymouth, beendeten ihre erste Wettfahrt nach einjähriger Pause auf Platz sieben.
Auch die beiden anderen heimischen Teams: Lennart Briesenick-Pudenz und Morten Massmann und die Neueinsteiger Nils Carstensen und Jan Frigge (beide FSC) waren mit ihren Leistungen zufrieden. Während Pudenz/Massman auf Platz neun nur knapp den Einzug in die Finalrennen verpassten, sammelten Carstensen/Frigge weitere Erfahrung bei hochrangigen Wettfahrten. Aufgrund ihres Körpergewichtes hatten sie allerdings doch mit dem starken Wind zu kämpfen und beendeten die Serie auf Platz 17. Wettfahrtleiter und Regattaobmann Claus-Otto Hansen war über das Abschneiden der FSC-Teams sehr erfreut: „ Jan-Hauke und Max haben gezeigt, dass sie zumindest bei mehr Wind in der Weltspitze mithalten können. Die Bootsklasse bietet sowohl bei den Männern wie auch den Frauen spektakulären Segelsport. Davon möchten wir hier gerne mehr sehen. Der FSC wird sich darum bewerben, sein Regattaengagement in diesen olympischen Klassen auszubauen und damit den Flensburgern noch häufiger Gelegenheit bieten, solche schnellen, hochsportlichen Regatten vor Ort erleben zu können.
“ Deutsche Meister bei den Damen wurden die Kieler Zwillinge Jule und Lotta Görge mit einem vierten Platz in der Gesamtwertung. Für sie waren es die ersten German Open, nachdem die ISAF die 49er FX – mit verkleinerter Segelfläche – im vergangenen Jahr zum olympischen Zweihand-Frauenskiff gewählt hatte. Während der gesamten Serie hatten sich die dänischen Teams sehr stark präsentiert und einen Dreifach-Sieg gelandet. Erste wurden die Europameister Ida Marie Baad Nielsen/Marie Thusgaard Ohlsen aus Aarhus, mit allein sechs ersten Plätzen in den Tageswettfahrten. Die beiden gewannen zudem noch die Wertung der Junioren. Zweite wurden Jena Mai Hansen und Katja Salskov-Iversen (Kopenhagen) vor Aiken und Anne-Juli Schütt vom Kongelig Dansk Yachtclub. Die Kieler Woche Gewinnerinnen Tina Lutz und Susan Beucke (Chiemsee/Hannover) beendeten die Serie auf Platz fünf.
Sonne, Wind und Wellen – drei Tage bester Bedingungen herrschten am Wochenende, während der German Open der olympischen 49er. Insgesamt waren 30 Crews aus Deutschland, Dänemark, Norwegen und Neuseeland bei den vom Flensburger Segel-Club ausgerichteten German Open an den Start gegangen. 20 im 49er und zehn im 49er FX. Die Wertung erfolgte nach einem besonderen System: Nach zehn Wettfahrten von denen die jeweils schlechteste gestrichen werden konnte, traten die besten Acht dann in zwei kurzen Final Rennen von 15 Minuten Dauer gegeneinander an. Verfolgen konnte man die Wettfahrten erstmals im Internet auf der Website des FSC per „Live-Tracking“.
Belinde Diethelm
Alle Ergebnisse, Fotos und Infos unter www.fsc.de.

  vom 16.11.12

SVSH-Segler des Jahres 2012

flensburg

Der Seglerverband Schleswig-Holstein (SVSH) hat seine herausragenden Sportler geehrt. Zehn Crews hatten es in der vergangenen Saison geschafft, bei deutschen oder internationalen Meisterschaften auf die oberste Stufe des Treppchens zu steigen und dürfen sich nun „SVSH-Segler des Jahres 2012“ nennen. Mit diesem Titel wurden auch die 49er-Akteure Jan-Hauke Erichsen (Foto re.) und Max Lutz (li.) vom Flensburger Segel-Club (FSC) bedacht. Die 49er-Asse segelten bei der Junioren-WM auf dem Gardasee auf Platz eins, durften sich dann aber nicht mit dem Titel schmücken, da der Veranstalter es versäumt hat, das vorgeschriebene internationale Schiedsgericht zu stellen. Bei der kurzfristig angesetzten Ersatz-WM wurden Erichsen/Lutz Junioren-Vize-Weltmeister. „Unsere erfolgreichen Athleten sind immer wieder bestes Vorbild, um neue Jugendliche für unseren Sport zu begeistern“, sagte SVSH-Vorstandsmitglied Gunnar Schneider, der die Ehrung vornahm. Ausgezeichnet wurden zudem vom FSC Nils Carstensen (2. v. li.) und Jan Frigge (2. v. re.) für ihren Titel bei der internationalen deutschen Meisterschaft im 29er.

Foto: Könitzer / shz.de

  vom 01.03.12

Keine Reduzierung des Regattaprogramms

122. Generalversammlung des FSC: Großes Vertrauensvotum für den Vorstand 

Glücksburg. Der große Clubraum war bis auf den letzten Klappstuhl besetzt, als Jochen Frank als Vorsitzender die 122. Generalversammlung des Flensburger Segel-Clubs in Quellental eröffnete.
Ein wichtiges Thema waren Anträge, die darauf abzielten, die Regattatätigkeit des Vereins deutlich einzuschränken. Die Antragsteller hatten damit nach eigenen Angaben die Wünsche einer "schweigenden Minderheit" aufgenommen, die sich durch die Vielzahl von Regatten beeinträchtigt fühlten. Schon auf den Monatsversammlungen hatte der Vorstand Verständnis signalisiert und Verbesserungsvorschläge im Hinblick auf die Situation bei Park- und Liegeplätzen vorgestellt. "Die Belastungen sollen auf ein verträgliches Maß reduziert werden, damit die Regatten weiter von der großen Mehrzahl unserer Mitglieder als Bereicherung empfunden werden", sagte Vorsitzender Jochen Frank. Im Laufe der Jahre hat sich ein Standard-Regatta-Programm entwickelt, dass bis zu 22 Wettfahrttage umfasst und nach Möglichkeit nicht überschritten werden soll, an dem man aber grundsätzlich festhalten möchte.
Nach kurzer Aussprache bestätigte die Abstimmung diese Haltung des Vorstandes mit einem eindrucksvollen Votum: Alle Anträge, die auf eine Reduzierung des Regattaprogramms zielten, wurden mit überwältigender Mehrheit der fast 200 anwesenden Mitglieder abgelehnt.
Zuvor hatten die Ehrungen bereits ein eindrückliches Bild von der Struktur und den vielfältigen Aktivitäten des Vereins gegeben: Geehrt wurden 60 Mitglieder. Besonders hervorzuheben ist die Ehrung von Gerd Landt-Hayen. Er erhielt einen Silberbecher für 80 Jahre Mitgliedschaft.
Schriftführer Norbert Erichsen stellte die Jugendarbeit in den Fokus. Sie genießt im FSC seit jeher "eine hohe Priorität". Von den 755 Mitgliedern des Vereins gehören derzeit 140 der Jugendabteilung an, die über einen großen vereinseigenen Bootspark verfügt. Unter Leitung des hauptamtlichen Jugendtrainers Jörg Rothert gibt es eine aktive und erfolgreiche Regattatrainingsgruppe.
Auch Lennart Briesenick-Pudenz und Morten Massmann, die seit drei Jahren darauf hingearbeitet hatten, im 49er an den Olympischen Spielen 2012 in Weymouth teilnehmen zu können, gingen aus dieser Gruppe hervor. Sie mussten sich am Ende stärkeren Gegnern geschlagen geben und werden nun ihr Studium fortsetzen. In ihre Fußstapfen in der olympischen 49er Klasse treten Jan Hauke Erichsen und Max Lutz, die deutschen Junioren-Vizemeister.
Herausragendes Ereignis 2011 war die Rolex Baltic Week mit den Weltmeisterschaften der 12mR- und 8mR-Yachten. Mehr als 450 Segler aus 15 Nationen, darunter Norwegens König Harald, waren nach Glücksburg gekommen.
Kassenführer Jan Casper wies einen deutlichen Überschuss aus. Der neue Haushaltsplan 2012 wurde um einen Investitionsplan für die Jahre 2012-2014 ergänzt und enthält als wesentliche Investitionen eine grundlegende Sanierung des Sanitärgebäudes auf der Quellentalbrücke sowie die Sanierung der Zollhausbrücke und der Mole. Insgesamt plant der FSC in den kommenden drei Jahren Investitionen von rund 600 000 Euro.
Zur Wahl standen die "Zweiten": Lars Kühl als 2. Vorsitzender, Christoph Barth als 2. Kassenführer, Jörn Petry als 2. Takelmeister und Claus-Otto Hansen als Regattaobmann wurden wie Dr. Helmuth Outzen jun. als Jugendobmann in ihren Ämtern bestätigt.

Bilder siehe >Clubleben >Events / Bilder >Bilder Generalversammlung

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  vom 04.02.10

 49er-Duo unter den Top Ten beim World-Cup vor Miami

Flensburg

Beim Flensburger Segel-Club (FSC) ist man über die Meldungen, die vom 49er-Team Lennart Briesenick-Pudenz und Morten Massmann (GER 212) über den großen Teich gekommen sind, recht angetan. Heimtrainer Jörg Rother sagt: „Die Konkurrenz hatte Niveau. Das ist ein sehr gutes Ergebnis.“ Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen meint: „Nach der langen Pause denke ich, ist das eine super Leistung.“ Und auch die Aktiven können nach dem Erreichen des zehnten Platzes beim 49er World-Cup vor der Küste von Miami die Daumen nach oben recken. „Wir sind mit dieser ersten großen Regatta in diesem Jahr sehr zufrieden“, sagt Skipper Briesenick-Pudenz. „Nach der langen Verletzungspause von Morten war es nach fünf Monaten die erste Regatta für uns. Dafür lief es schon ganz gut.“ Vorschoter Morten Massmann hatte sich vor vier Monaten das Innenband im Fuß gerissen. Ein Grund, warum die beiden Kieler-Woche-Sieger (2009) im Trainingslager vor den Bahamas nur bedingt trainieren konnten und auch die Teilnahme an der dortigen WM Anfang Januar absagen mussten.

Beim World-Cup vor Miami, der zweiten Station nach dem Auftakt im Dezember vor Melbourne, lag das Flensburger Duo nach unterschiedlichen Wettfahrt-Ergebnissen am vorletzten Tag auf dem elften Platz. „Wir sind hier noch nicht fertig“, lautete ihre Kampfansage, um beim Finale in der Goldfleet (die ersten zehn Boote) dabei zu sein. Das gelang den beiden Studenten, die auf Hinblick auf die olympischen Spiele 2012 vor Weymouth ihr Studium zurückgestellt und sich ganz dem Segelsport verschrieben haben, mit drei beherzten Rennen. Als Zehnte schafften sie den Sprung unter die Top Ten. Ein guter Start und eine gute zweite Kreuz bescherte dem 49er-Duo im Finalrennen den vierten Platz, allerdings hinter den Teams, die besiegt werden mussten. So blieb es am Ende beim zehnten Rang. Eine Platzierung, die die beiden Flensburgern in der World-Cup-Wertung mit elf Punkten Rang 16. einbrachte. Die Tendenz dürfte in diesem Wettbewerb für beide weiter nach oben zeigen. Mit Palma de Mallorca (27.3-2.4), Hyeres (23.-30.4.), Medemblik (26.-30.5.), der Titelverteidigung bei der Kieler Woche (19.-27.6.) stehen hochinteressante Regatten quasi vor der Haustür an. Das World-Cup-Finale „Sail For Gold “ findet vom 9.-14. August vor Weymouth auf dem Olympiarevier von 2012 statt. Bis dahin können die beiden Profi-Segler zeigen, dass sie auf einem goldrichtigen Kurs sind. „Wir haben zwar einen großen Schritt Richtung Weltspitze getan“, sagt Briesendick-Pudenz, „doch jetzt wollen wir noch einen Gang höher schalten.“

Michael Bock

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GER 212 in Topform, Foto: Flensburger Tageblatt

  vom 21.09.2009

 

Bingo: „Black Jack“ gewinnt Blaues Band

Glücksburg

– Die Bänder der Förde sind wieder vergeben, und zwar an keine Unbekannten: Als schnellstes an der Flensburger Förde beheimatetes Schiff durfte sich die „Black Jack“ (Swan 60) von John Welding feiern lassen. Schnellste auswärtige Yacht (Blaugelbes Band) war die „Calypso“ (One off) des Hamburgers Dr. Gerd Clausen. Bei den Mehrrumpfbooten (Gelbes Band) siegte die „Hallo Tri“ (Corsair 31 UC) von Jürgen Zimmermann.

Als es FSC-Chef Jochen Frank und Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen im Swancup-Basislager vor dem Restaurant „Quellental“ offiziell machten, ging endlich ein Strahlen über das Gesicht von John Welding. Was der Eigner der „Black Jack“ (Swan 60) erhofft und im Grunde genommen auch bereits errechnet hatte, war endlich Gewissheit. Seine Crew hatte bei der 99. Flensburger Fördewoche des Flensburger Segel-Clubs das traditionsreiche Blaue Band gewonnen – bei herrlichem Spätsommerwetter mit Ostwind um vier Beaufort auf einem anspruchsvollen 38-Seemeilen-Kurs zwar sehr knapp, aber souverän. Vier Minuten lag das 60-Fuß-Schiff vor der „Sphinx“ von Oliver Berking, dessen 12er als erste Flensburger Yacht über die Ziellinie fuhr, aber noch abwarten musste, welches Schiff aus dem dritten Start (15 Minuten später) möglicherweise schneller war. Die weiße „Black Jack“ war es. 2003 hatte Welding bereits mit der „Babs“ (Swan 45) das begehrte Band gewonnen. Seiner Zeit mit dem Flensburger „Bobby“ Luchte am Ruder, der an diesem Wochenende mit der „Emma“ (Swan 60) Begleitfahrt-Skipper war. „Für den Sieg haben wir hart gekämpft“, freuten sich Welding und seine elf Crewmitglieder über den Erfolg. Auf dem Rückweg aus der Außenförde Richtung Ziel vor dem FSC-Hafen hatte das Team die vor ihnen liegende „Sphinx“ an der Tonne vor Cafe Drei „gezeitet“. Rund zwölf Minuten betrug der Vorsprung des 12ers. Auf dem letzten Gang Richtung Ziel segelte die „Sphinx“ dann ohne ihren knallroten Spinnaker. „Wir konnte sie nicht mehr ausmachen“, erklärte Welding die anfängliche Ungewissheit über den Ausgang des „aufregenden Spieles“. Letztendlich reichte nach einer „filigranen Leistung“ (Gerd Johannsen, Geschäftsführer des Flensburger Yachtservice) der Vorsprung und ließ einen hin- und hergerissenen Oliver Berking zurück. „Erst einmal ist es doch klasse, mit einer 70 Jahre alten Dame mithalten zu können“, meinte der Zwölfer-Liebhaber, der im Vorwege der Regatta überhaupt nur an eine Siegchance geglaubt hatte, wenn die komplette Konkurrenz in eine andere Richtung segeln würde. Konkurrenz außer der „Black Jack“ war aber nicht auszumachen. Die „Ilvitello“ (Comet 45) von Christoph Avernarius (Sieger der vergangenen drei Jahre) war abgeschlagen. Vielleicht hätte es sogar für die „Sphinx“ gereicht, wenn der Crew nach dem ersten Vorwindkurs nicht das Malheur passiert wäre, den Spinnaker nicht rechtzeitig bergen zu können. „Könnte schon sein, dass wir dadurch entscheidende Minuten verloren haben“, räumte Berking ein. So bleibt dem „Zwölfer“ die Ehre, in den sechziger und siebziger Jahren als „Ostwind“ der Marine neun Blaue Bänder gewonnen zu haben. Zur Jubiläums-Fördewoche im kommenden Jahr wird die „Sphinx“ sicherlich den nächsten „Versuch der alten Dame“ starten.

Ob Dr. Gerd Clausen dann wieder mit der „Calypso“ an den Start gehen wird, ist noch nicht ausgemacht. Am Sonnabend reichte es trotz eines „verschlafenen Starts („Wir waren noch dabei den Kurs einzugeben“) zum unangefochtenen Band-Sieg. Die 82-Fuß-Yacht, die unter dem Vorbesitzer schon beste Platzierungen beim Hochsee-Klassiker Sydney-Hobart erzielt hatte, zog souverän durch die Förde. Nach 3:44 Stunden hatte die Crew die 38 Seemeilen hinter sich gebracht. Nur die „Outsider“ (Elliot 52ss) von Tilmar Hansen vermochte zu folgen und ging fünf Minuten später über die Ziellinie. Für „Alles-Segler“ Clausen war es das vierte Blaugelbe Band. Zwischen 1964 und 1966 siegte der Hamburger mit seinem 12er „UWA“, 1991 mit dem 40-Fuß-Trimaran „Fritzzz-Fratzzz“.

Die 15. Nautor’s Swan Baltic Sea Challange gewann über alles die „Elan“ (Swan 48) des Hamburgers Harald Baum. michael bockErgebnisse: 17111 Transit Transport Logistic Cup und 4. Flensburger Pilsener Cup unter fsc.de

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„Black Jack“ vor Cafe Drei(0.), „Sphinx“
Fotos: mb

 vom 15.09.2008

„Anitra“ – ihr zweites Leben in Flensburg

Flensburg/ ft

Das über 50 Jahre gewohnte Bild auf der Flensburger Förde ist wieder komplett. Wie einst „Ostwind“ und „Westwind“ ziehen jetzt „Sphinx“ und „Anitra“ ihre Bahn – Liebhaber klassischer Bootsbaukunst werden das zu schätzen wissen.

– Die erste Reise nach ihrer Wiedergeburt absolvierte sie auf der Landstraße. Zwei Tage von Radolfzell am Bodensee nach Flensburg – ein ganz ordentlicher Törn für eine 80 Jahre alte Lady. Jetzt hängt sie am Harniskai in den Gurten des Krans, und wenigstens zwei Männer an der Wasserkante dürften darauf brennen, die schlanke Yacht so schnell wie möglich in ihrem eigentlichen Element zu erproben. Die beiden Männer gehören zur Eignergemeinschaft. Sie heißen Josef Martin und Peter Tess, die Yacht heißt „Anitra“.

Sie ist ein besonderes Schiff. Sie ist nach ihrem kompletten Wiederaufbau in der Bootswerft des wohl renommiertesten deutschen Holzbootsbauers Josef Martin in Radolfzell die zweite „Überlebende“ einer Flottille von einst sechs identischen Großyachten der 12mR-Klasse. Der noble New York Yachtclub hatte die exklusiven America’s Cup-Racer 1928 im damaligen Niedriglohnland Deutschland bei Abeking & Rasmussen geordert. 2002 stöberte Martin „Anitras“ traurige Überreste in New Jersey auf. Daheim hatte er hinterlegt, er wolle nur einmal schauen. Das war um Weihnachten 2002. Im April 2003 stand „Anitra“ in seiner Werfthalle am Beginn ihres zweiten Lebens.

Die schlanken, zeitlos eleganten Rennyachten der 12m-R-Formel hatten es Josef Martin immer schon angetan. „Als Kind träumte ich davon, einmal ein solches Schiff zu segeln“, bekennt Martin. Am Wochenende hatte er endlich Gelegenheit dazu. „Anitras“ erster Erprobungstörn auf europäischen Gewässern begann 80 Jahre nach ihrem Stapellauf in Lemwerder bei Bremen beim Flensburger Segelclub in Glücksburg-Quellental.

Am Harniskai steht noch jemand mit strahlendem Gesicht. Das ist Oliver Berking. Er kennt die Freuden, die Martin, Tess und Stihl (der Dritte in der Eignergemeinschaft) erwarten. Er hat sie nach Abschluss eines nicht minder Aufsehen erregenden Sanierungsprojektes im Juli erfahren – auf der „Sphinx“. Oliver Berking und seine Partner Gorm Gondesen und Jochen Frank hatten die ehemalige Ausbildungsyacht „Ostwind“ der Marine vor drei Jahren ersteigert und saniert. Seit gestern ist sie kein Einzelkind mehr. „Anitra“ wird neben dem neuen Flaggschiff des FSC einen festen Liegeplatz erhalten. Für den „Ententeich Bodensee“ ist sie viel zu schade.

Es war die umstrittene Versteigerung der „Ostwind“, die Peter Tess mit ins Boot gebracht hat. Der Yachtkonstrukteur war einer der Liebhaber, die sich gegen den Ausverkauf der beiden Marineyachten „Ostwind“ und „Westwind“ ins Ausland gestemmt hatten. „Ich hatte nach Absprache mit Josef Martin damals auf die ,Ostwind’ geboten – aber keinen Zuschlag bekommen“, sagt Tess. „So kam ich zur Anitra“. Er ist nicht traurig darüber. Was die Flensburger Werft unter Kai Wohlenberg geschafft hat, nötigt ihm höchste Anerkennung ab. „Toll, was hier geleistet wurde!“

Sportlich ambitionierte Ziele, wie sie die Flensburger verfolgen, haben die „Anitra“-Eigner nicht. Der Entwurf des US-Konstrukteurs ist schnell, aber nicht so schnell wie die elf Jahre jüngere Konstruktion des legendären Henry Rasmussen. Hätte er die „Ostwind“ ersteigert, er hätte es genau so gemacht, sagt Josef Martin. Die jetzige „Sphinx“ ist unter dem Teakdeck kärglichst möbliert. „Anitra“ hingegen bietet den warmen Komfort eines englischen Salons. „Anitra“ – ein waschechter Reise-Zwölfer.

holger ohlsen 

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Anitra auf dem Tieflader: Der Spezialtransport mit der 21-Meter-Yacht war zwei Tage unterwegs.

 vom 04.06.08

Diva aus Teak mit Traummaßen


Ein Comeback wie aus dem Lehrbuch: Bei ihrer ersten Fahrt unter Segeln wurde gestern die neue „Sphinx“ neugierig beäugt und heftig beklatscht.
Flensburg/sh:z

 
Mit sieben Knoten glitt die „Sphinx“ übers Wasser und zog die Blicke sämtlicher Besatzungen auf der Förde an. Foto : Ohlsen/sh:z  – Es war ein sonniges, ein glänzendes, gelegentlich auch umjubeltes Comeback. Nach zweieinhalbjähriger Restaurierung und vier Jahre nach ihrem letzten Segeltörn kehrte gestern die „Sphinx“ (Ex-„Ostwind“) auf die Förde zurück. Eine Woche zuvor war die klassische Rennyacht im Clubhafen des Flensburger Segelclubs auf den Namen getauft worden, unter dem sie 1939 zuerst auf der Regattapiste erschienen war. Gestern waren die Arbeiten so weit abgeschlossen, dass die 12mR-Yacht erstmals wieder Segel setzen konnte.

 Fast schien es, als hätte das maritime Flensburg die Yacht vermisst. Kaum ein Boot auf der Förde, von dem nicht ein Objektiv auf das schwarz-blaue Traumschiff mit den Traummaßen gerichtet wurde. Die „Alex“ ließ ihre Zerstörer-Sirene heulen, Schiffe des Museumshafens, die für einen sonnigen Nachmittag bei den Ochseninseln Anker geworfen hatten, ließen den Schiffshörnern freien Lauf, während die ranke Schönheit bei einer leichten Brise mit sieben Knoten durchs blaue Wasser glitt. Und mit einer besonderen Genugtuung passierten die neuen Eigner die Marineschule Mürwik, deren Dienstherr, der Bund, das kostbare Schiff ziemlich lieblos an den Meistbietenden verscherbelte, als es eigentlich einen Liebhaber benötigte.

Für die drei Flensburger Eigner, die das Schiff in der umstrittenen Versteigerung des Bundes vor dem wahrscheinlichen Verkauf ins Mittelmeer gerettet hatten, war es der mit Sicherheit schönste Tag, den sie mit ihrem Schiff bisher verbracht hatten. Gorm Gondesen und Jochen Frank waren gleich an Bord gegangen, Oliver Berking wollte sich „Sphinx“ lieber erst einmal aus der Ferne ansehen und stieg zunächst auf eines der Motorboote, die den „Zwölfer“ auf seiner zweiten Jungfernfahrt begleiteten und ihn umkreisten wie Papparazi eine Diva.

Die Gänsehaut angesichts des majestätischen Bildes von Mahagoni, Teak und einem Berg von weißen Segeln mit der Segelnummer G 4 stellte sich nicht nur bei ihm ein. Die Werft-Crew um Kai Wohlenberg, die das herunter gekommene Schiff – von manchen belächelt – mit Bordmitteln der Flensburger Region wieder in diesen tadellosen Zustand versetzt hatten, hatte allen Grund, sich begeistert abzuklatschen.

Ihre Arbeit ist noch nicht zu Ende. An Bord wurden eifrig Vermerke gemacht. Der gestrige Segeltag diente erstens dem Zweck, etwaige Mängel zu erkennen und abzuarbeiten und war zweitens notwendig, der künftigen Crew Gelegenheit zu geben, das Schiff kennen zu lernen. Denn „Sphinx“ wurde in Flensburg wiedererschaffen, um Rennen zu segeln. Kommendes Wochenende wird sie bei den „Midsummer Classics“ des Vereins „Klassische Yachten Flensburg“ erstmals unter Regattabedingungen segeln, eine Woche später geht es zur Kieler Woche, wo auch erste Vergleiche mit anderen „Zwölfern“ warten.

Am 5. Juli wird es ernst, denn dann startet die Weltmeisterschaft der klassischen 12mR-Yachten auf der Flensburger Förde.

holger ohlsen

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  8. Juni 2008 von Detlef Jens

Die "Sphinx" ist wieder auferstanden

Oliver Berking, Chef der Silbermanufaktur Robbe & Berking, rettete mit zwei Freunden eine klassische 12er-Yacht vor der Verschrottung. Und gründete gleich noch eine Werft

Es war eine Taufe wie aus dem Bilderbuch, und es ist ein Schiff wie ein Neubau. Dabei wird sie nächstes Jahr 70 Jahre alt - die "Sphinx", ehemals "Ostwind", "Lobito" und ganz früher eben auch "Sphinx". Eine Rennyacht der 12-Meter-R-Klasse, gebaut 1939 bei Abeking & Rasmussen.

"Diese Yachten sind der Traum eines jeden Seglers. Sie haben dank des America's Cup eine interessante Geschichte und sind der Inbegriff der klassischen Yacht. Viele moderne Yachten sind zwar größer, können in ihrer Ästhetik aber einfach nicht an einen 12er heranreichen", sagt Oliver Berking. Der Flensburger Unternehmer ist einer der drei Eigner dieser historischen Yacht. Zusammen mit seinen Freunden Jochen Frank und Gorm Gondesen ließ er sie unter Leitung von Kai Wohlenberg restaurieren. 

Zur "Wiedertaufe" des 21,38 Meter langen Schiffes, das mit seinem zweiten Stapellauf den ursprünglichen Namen zurückbekam, waren viele Segler aus ganz Deutschland angereist. Unter ihnen auch Hans Schaedla von Abeking & Rasmussen, der Enkel von Henry Rasmussen, der die "Sphinx" einst entworfen und gebaut hatte. Wie viele andere anwesende Experten war auch er begeistert von dem Perfektionismus der Restaurierung. "Auf unserer Werft könnten wir das nicht mehr machen", sagt er bedauernd. A&R hat sich heute auf größere Schiffe spezialisiert.

Die "Sphinx" war ursprünglich vom Norddeutschen Regatta-Verein in Auftrag gegeben worden und wurde am 28. April 1939 abgeliefert - zu einem unglücklichen Zeitpunkt, nur wenige Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Immerhin, einen Sommer lang durfte sie noch Regatten segeln, wo sie höchst erfolgreich lief. Nach Kriegsende hatte der NRV sein Klubhaus und die meisten seiner Schiffe verloren. Dank glücklicher Umstände konnte der 12er jedoch gerettet werden. Deutsche durften damals allerdings nur noch Boote segeln, die kleiner als sechs Meter waren.

So kam es auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Erich F. Laeisz zu einem Ringtausch. Er verkaufte die "Sphinx" an zwei Klubmitglieder des NRV, Hans und Wolfgang Freudenberg, Inhaber einer großen Holzhandlung, vor allem aber Inhaber chilenischer Pässe. Unter chilenischer Flagge durften sie die Yacht segeln und bezahlten sie mit einer Waggonladung Eiche, Lärche und Mahagoni. Dieses Holz reichte der NRV an Abeking & Rasmussen weiter, und Henry Rasmussen lieferte dafür zwölf Hummelboote, fünf Piraten, zwei kleine Kielboote vom Typ Sonderling und acht Hansajollen.

Die Freudenbergs segelten die Yacht nach dem Krieg unter dem Namen "Lobito" und gewannen mit ihr 1948 die traditionsreiche Regatta um das "Blaue Band der Niederelbe". Zehn Jahre später, 1958, wurde "Sphinx" an die Marineschule in Flensburg-Mürwik verkauft, wo die Yacht bis 2004 unter dem Namen "Ostwind" als Ausbildungsschiff diente. In den 60er- und 70er-Jahren gewann die Marine mit ihr insgesamt neunmal das Blaue Band der Flensburger Förde für die schnellste einheimische Yacht. Gleichzeitig besaß die Marine noch den ein Jahr vor der "Sphinx" gebauten 12er "Inga". Die beiden Schiffe erhielten die Namen "Ostwind" und "Westwind".

2005 jedoch wurde der Marine der Unterhalt der klassischen Yachten aber zu mühsam und zu teuer. Zahlreiche Flensburger setzten sich zwar dafür ein, die Schiffe an der Förde zu halten, doch nur das Trio Berking, Frank und Gondesen gab bei der Versteigerung tatsächlich ein Gebot ab.

"Seither können wir es ein bisschen verstehen, warum die Marine sich trennen wollte", sagt Jochen Frank - wie jeder Spaß enthielt auch dieser ein Körnchen Wahrheit. Denn die Restaurierung der Yacht war viel aufwendiger, als von den neuen Eignern gedacht.

Das hat aber auch seine positiven Seiten. Denn so konnte Kai Wohlenberg mit seinem Team viel Erfahrung sammeln. Oliver Berking verkündete deshalb während der Taufe: "Wir haben jetzt so viel Wissen angesammelt, dass es schade wäre, es in einer Schublade verstauben zu lassen." Zwar war zu Beginn des Projektes "Sphinx" keine Werftgründung geplant, aber genau das ist passiert: Gemeinsam mit Wohlenberg gründete Oliver Berking eine Werft. "Wir wollen klassische Yachten wieder beleben", sagt er. Neue Projekte gibt es auch schon, darunter der von dem legendären Olin Stephens entworfene und ebenfalls 1939 bei Abeking & Rasmussen gebaute 6er "Nirvana". 

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