Übersicht Presse

  

  • 01.03.10 Fl. Tageblatt   Ruhiger Kurs auf das 120. Stiftungsfest 
  • 06.02.10 FL. Tageblatt  49er-Duo unter den Top Ten beim World-Cup vor Miami
  • 21.09.09 Fl. Tageblatt   Bingo: Black Jack gewinnt Blaues Band
  • 15.09.08 FL. Tageblatt   "Anitra" - Ihr zweites Leben in Flensburg
  • 04.06.08 Fl. Tageblatt   Diva mit Traummaßen
  • 08.06.08  Die Welt         Die "Sphinx" ist wieder auferstanden 


  vom 01.03.10

Ruhiger Kurs auf das 120. Stiftungsfest

Flensburg
Mit einem Haushalt mit Überschuss, einer starken Jugendabteilung, keiner einzigen Gegenstimme bei allen Tagesordnungspunkten und einem neuen Gastronom nimmt der traditionsreiche Flensburger Segel-Club (FSC) Kurs auf das 120. Stiftungsfest (7. Mai). Sportlicher Höhepunkt wird vor der 100. Flensburger Fördewoche (10. bis 18.9.) die ORCi World Championship (5. bis 11.9.) sein.

„War das eine Gegenstimme?“, fragte FSC-Vorsitzender Jochen Frank erwartungsfroh in die Runde, musste aber beinahe enttäuscht feststellen: „Das war eine zu lange Ja-Stimme.“ Beim FSC geht alles seinen Gang. Zustimmung aller 147 Vereinsvertreter bei den Abstimmungen und einstimmige Entlastung des Vorstandes – Harmonie im gedämpften Elisabeth-Saal des Strandhotels in Glücksburg. Ein feines Ambiente als Ausweichquartier für das im Umbau befindliche Clubheim des FSC. „Wir werden auf jeden Fall fertig“, versprach Jochen Frank die Eröffnung des dreiviertel Millionen Euro teuren Projektes pünktlich zu Ostern.

Das soll auch für die neue Küche gelten: Mit Oliver Koehn und seiner Frau Karina wurde einen Tag vor der Versammlung ein Pachtvertrag unterzeichnet. Koehn, der seine Ausbildung zum Koch im Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten gemacht hat, leitet weiterhin parallel den Schlosskeller im Glücksburger Schloss.

Möglicherweise wird es im neuen Clubheim auch einen Platz für das „Gelbe Trikot“ geben, das Lennart Briesenick-Pudenz und Morten Massmann dem Verein überreichten. Die beiden Kieler Woche-Sieger im 49er wollten sich mit dem signierten Leibchen der Führenden im letzten Kiwo-Rennen für die große Unterstützung des Vereins und seiner Gönner bedanken.

Überhaupt leistet der Flensburger Segel-Club eine erfolgreiche Jugendarbeit (150 Mitglieder zwischen 6 und 21 Jahren), wovon viele Erfolge im Opti, im 420er und im 49er zeugen.

Neuer Jugendobmann ist Dr. Helmut Outzen, der Dierck Jensen nach vier Jahren Tätigkeit ablöst.

Ehrungen: Silberne Nadel (25 Jahre) Dirk Albrecht, Andreas Brehm, Enno Clausen, Hayo Detlefsen, Christian Halbig, Gregor Halbig, Christiane Hügelmann, Manfred Asmus Knigge, Werner Köver sen., Klaus Kusenberg, Ove Lange, Dr. Karl-Wilhelm Prenz, Christian Rothmaler, Sebastian Stegenwallner, Volker Thaysen.
Goldene Nadel (50 Jahre): „Hajo“ Andresen, Georg Christiansen, Eike A. Hildebrandt, Jochen Oehmchen, Heinz Preußer, Gunter Schütze, Kurt F. Siewert, Heiko Ullrich.
Wahlen: 2. Vorsitzender Lars Kühl, 2. Kassenführer Christoph Barth, 2. Takelmeister Jörn Petry, Regattaobmann Claus-Otto Hansen, alle einstimmig wiedergewählt. Von der Versammlung bestätigt: Jugendobmann Dr. Helmut Outzen.

Bilder siehe >Clubleben >Events / Bilder >Bilder Generalversammlung

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  vom 04.02.10

 49er-Duo unter den Top Ten beim World-Cup vor Miami

Flensburg

Beim Flensburger Segel-Club (FSC) ist man über die Meldungen, die vom 49er-Team Lennart Briesenick-Pudenz und Morten Massmann (GER 212) über den großen Teich gekommen sind, recht angetan. Heimtrainer Jörg Rother sagt: „Die Konkurrenz hatte Niveau. Das ist ein sehr gutes Ergebnis.“ Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen meint: „Nach der langen Pause denke ich, ist das eine super Leistung.“ Und auch die Aktiven können nach dem Erreichen des zehnten Platzes beim 49er World-Cup vor der Küste von Miami die Daumen nach oben recken. „Wir sind mit dieser ersten großen Regatta in diesem Jahr sehr zufrieden“, sagt Skipper Briesenick-Pudenz. „Nach der langen Verletzungspause von Morten war es nach fünf Monaten die erste Regatta für uns. Dafür lief es schon ganz gut.“ Vorschoter Morten Massmann hatte sich vor vier Monaten das Innenband im Fuß gerissen. Ein Grund, warum die beiden Kieler-Woche-Sieger (2009) im Trainingslager vor den Bahamas nur bedingt trainieren konnten und auch die Teilnahme an der dortigen WM Anfang Januar absagen mussten.

Beim World-Cup vor Miami, der zweiten Station nach dem Auftakt im Dezember vor Melbourne, lag das Flensburger Duo nach unterschiedlichen Wettfahrt-Ergebnissen am vorletzten Tag auf dem elften Platz. „Wir sind hier noch nicht fertig“, lautete ihre Kampfansage, um beim Finale in der Goldfleet (die ersten zehn Boote) dabei zu sein. Das gelang den beiden Studenten, die auf Hinblick auf die olympischen Spiele 2012 vor Weymouth ihr Studium zurückgestellt und sich ganz dem Segelsport verschrieben haben, mit drei beherzten Rennen. Als Zehnte schafften sie den Sprung unter die Top Ten. Ein guter Start und eine gute zweite Kreuz bescherte dem 49er-Duo im Finalrennen den vierten Platz, allerdings hinter den Teams, die besiegt werden mussten. So blieb es am Ende beim zehnten Rang. Eine Platzierung, die die beiden Flensburgern in der World-Cup-Wertung mit elf Punkten Rang 16. einbrachte. Die Tendenz dürfte in diesem Wettbewerb für beide weiter nach oben zeigen. Mit Palma de Mallorca (27.3-2.4), Hyeres (23.-30.4.), Medemblik (26.-30.5.), der Titelverteidigung bei der Kieler Woche (19.-27.6.) stehen hochinteressante Regatten quasi vor der Haustür an. Das World-Cup-Finale „Sail For Gold “ findet vom 9.-14. August vor Weymouth auf dem Olympiarevier von 2012 statt. Bis dahin können die beiden Profi-Segler zeigen, dass sie auf einem goldrichtigen Kurs sind. „Wir haben zwar einen großen Schritt Richtung Weltspitze getan“, sagt Briesendick-Pudenz, „doch jetzt wollen wir noch einen Gang höher schalten.“

Michael Bock

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GER 212 in Topform, Foto: Flensburger Tageblatt

  vom 21.09.2009

 

Bingo: „Black Jack“ gewinnt Blaues Band

Glücksburg

– Die Bänder der Förde sind wieder vergeben, und zwar an keine Unbekannten: Als schnellstes an der Flensburger Förde beheimatetes Schiff durfte sich die „Black Jack“ (Swan 60) von John Welding feiern lassen. Schnellste auswärtige Yacht (Blaugelbes Band) war die „Calypso“ (One off) des Hamburgers Dr. Gerd Clausen. Bei den Mehrrumpfbooten (Gelbes Band) siegte die „Hallo Tri“ (Corsair 31 UC) von Jürgen Zimmermann.

Als es FSC-Chef Jochen Frank und Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen im Swancup-Basislager vor dem Restaurant „Quellental“ offiziell machten, ging endlich ein Strahlen über das Gesicht von John Welding. Was der Eigner der „Black Jack“ (Swan 60) erhofft und im Grunde genommen auch bereits errechnet hatte, war endlich Gewissheit. Seine Crew hatte bei der 99. Flensburger Fördewoche des Flensburger Segel-Clubs das traditionsreiche Blaue Band gewonnen – bei herrlichem Spätsommerwetter mit Ostwind um vier Beaufort auf einem anspruchsvollen 38-Seemeilen-Kurs zwar sehr knapp, aber souverän. Vier Minuten lag das 60-Fuß-Schiff vor der „Sphinx“ von Oliver Berking, dessen 12er als erste Flensburger Yacht über die Ziellinie fuhr, aber noch abwarten musste, welches Schiff aus dem dritten Start (15 Minuten später) möglicherweise schneller war. Die weiße „Black Jack“ war es. 2003 hatte Welding bereits mit der „Babs“ (Swan 45) das begehrte Band gewonnen. Seiner Zeit mit dem Flensburger „Bobby“ Luchte am Ruder, der an diesem Wochenende mit der „Emma“ (Swan 60) Begleitfahrt-Skipper war. „Für den Sieg haben wir hart gekämpft“, freuten sich Welding und seine elf Crewmitglieder über den Erfolg. Auf dem Rückweg aus der Außenförde Richtung Ziel vor dem FSC-Hafen hatte das Team die vor ihnen liegende „Sphinx“ an der Tonne vor Cafe Drei „gezeitet“. Rund zwölf Minuten betrug der Vorsprung des 12ers. Auf dem letzten Gang Richtung Ziel segelte die „Sphinx“ dann ohne ihren knallroten Spinnaker. „Wir konnte sie nicht mehr ausmachen“, erklärte Welding die anfängliche Ungewissheit über den Ausgang des „aufregenden Spieles“. Letztendlich reichte nach einer „filigranen Leistung“ (Gerd Johannsen, Geschäftsführer des Flensburger Yachtservice) der Vorsprung und ließ einen hin- und hergerissenen Oliver Berking zurück. „Erst einmal ist es doch klasse, mit einer 70 Jahre alten Dame mithalten zu können“, meinte der Zwölfer-Liebhaber, der im Vorwege der Regatta überhaupt nur an eine Siegchance geglaubt hatte, wenn die komplette Konkurrenz in eine andere Richtung segeln würde. Konkurrenz außer der „Black Jack“ war aber nicht auszumachen. Die „Ilvitello“ (Comet 45) von Christoph Avernarius (Sieger der vergangenen drei Jahre) war abgeschlagen. Vielleicht hätte es sogar für die „Sphinx“ gereicht, wenn der Crew nach dem ersten Vorwindkurs nicht das Malheur passiert wäre, den Spinnaker nicht rechtzeitig bergen zu können. „Könnte schon sein, dass wir dadurch entscheidende Minuten verloren haben“, räumte Berking ein. So bleibt dem „Zwölfer“ die Ehre, in den sechziger und siebziger Jahren als „Ostwind“ der Marine neun Blaue Bänder gewonnen zu haben. Zur Jubiläums-Fördewoche im kommenden Jahr wird die „Sphinx“ sicherlich den nächsten „Versuch der alten Dame“ starten.

Ob Dr. Gerd Clausen dann wieder mit der „Calypso“ an den Start gehen wird, ist noch nicht ausgemacht. Am Sonnabend reichte es trotz eines „verschlafenen Starts („Wir waren noch dabei den Kurs einzugeben“) zum unangefochtenen Band-Sieg. Die 82-Fuß-Yacht, die unter dem Vorbesitzer schon beste Platzierungen beim Hochsee-Klassiker Sydney-Hobart erzielt hatte, zog souverän durch die Förde. Nach 3:44 Stunden hatte die Crew die 38 Seemeilen hinter sich gebracht. Nur die „Outsider“ (Elliot 52ss) von Tilmar Hansen vermochte zu folgen und ging fünf Minuten später über die Ziellinie. Für „Alles-Segler“ Clausen war es das vierte Blaugelbe Band. Zwischen 1964 und 1966 siegte der Hamburger mit seinem 12er „UWA“, 1991 mit dem 40-Fuß-Trimaran „Fritzzz-Fratzzz“.

Die 15. Nautor’s Swan Baltic Sea Challange gewann über alles die „Elan“ (Swan 48) des Hamburgers Harald Baum. michael bockErgebnisse: 17111 Transit Transport Logistic Cup und 4. Flensburger Pilsener Cup unter fsc.de

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„Black Jack“ vor Cafe Drei(0.), „Sphinx“
Fotos: mb

 vom 15.09.2008

„Anitra“ – ihr zweites Leben in Flensburg

Flensburg/ ft

Das über 50 Jahre gewohnte Bild auf der Flensburger Förde ist wieder komplett. Wie einst „Ostwind“ und „Westwind“ ziehen jetzt „Sphinx“ und „Anitra“ ihre Bahn – Liebhaber klassischer Bootsbaukunst werden das zu schätzen wissen.

– Die erste Reise nach ihrer Wiedergeburt absolvierte sie auf der Landstraße. Zwei Tage von Radolfzell am Bodensee nach Flensburg – ein ganz ordentlicher Törn für eine 80 Jahre alte Lady. Jetzt hängt sie am Harniskai in den Gurten des Krans, und wenigstens zwei Männer an der Wasserkante dürften darauf brennen, die schlanke Yacht so schnell wie möglich in ihrem eigentlichen Element zu erproben. Die beiden Männer gehören zur Eignergemeinschaft. Sie heißen Josef Martin und Peter Tess, die Yacht heißt „Anitra“.

Sie ist ein besonderes Schiff. Sie ist nach ihrem kompletten Wiederaufbau in der Bootswerft des wohl renommiertesten deutschen Holzbootsbauers Josef Martin in Radolfzell die zweite „Überlebende“ einer Flottille von einst sechs identischen Großyachten der 12mR-Klasse. Der noble New York Yachtclub hatte die exklusiven America’s Cup-Racer 1928 im damaligen Niedriglohnland Deutschland bei Abeking & Rasmussen geordert. 2002 stöberte Martin „Anitras“ traurige Überreste in New Jersey auf. Daheim hatte er hinterlegt, er wolle nur einmal schauen. Das war um Weihnachten 2002. Im April 2003 stand „Anitra“ in seiner Werfthalle am Beginn ihres zweiten Lebens.

Die schlanken, zeitlos eleganten Rennyachten der 12m-R-Formel hatten es Josef Martin immer schon angetan. „Als Kind träumte ich davon, einmal ein solches Schiff zu segeln“, bekennt Martin. Am Wochenende hatte er endlich Gelegenheit dazu. „Anitras“ erster Erprobungstörn auf europäischen Gewässern begann 80 Jahre nach ihrem Stapellauf in Lemwerder bei Bremen beim Flensburger Segelclub in Glücksburg-Quellental.

Am Harniskai steht noch jemand mit strahlendem Gesicht. Das ist Oliver Berking. Er kennt die Freuden, die Martin, Tess und Stihl (der Dritte in der Eignergemeinschaft) erwarten. Er hat sie nach Abschluss eines nicht minder Aufsehen erregenden Sanierungsprojektes im Juli erfahren – auf der „Sphinx“. Oliver Berking und seine Partner Gorm Gondesen und Jochen Frank hatten die ehemalige Ausbildungsyacht „Ostwind“ der Marine vor drei Jahren ersteigert und saniert. Seit gestern ist sie kein Einzelkind mehr. „Anitra“ wird neben dem neuen Flaggschiff des FSC einen festen Liegeplatz erhalten. Für den „Ententeich Bodensee“ ist sie viel zu schade.

Es war die umstrittene Versteigerung der „Ostwind“, die Peter Tess mit ins Boot gebracht hat. Der Yachtkonstrukteur war einer der Liebhaber, die sich gegen den Ausverkauf der beiden Marineyachten „Ostwind“ und „Westwind“ ins Ausland gestemmt hatten. „Ich hatte nach Absprache mit Josef Martin damals auf die ,Ostwind’ geboten – aber keinen Zuschlag bekommen“, sagt Tess. „So kam ich zur Anitra“. Er ist nicht traurig darüber. Was die Flensburger Werft unter Kai Wohlenberg geschafft hat, nötigt ihm höchste Anerkennung ab. „Toll, was hier geleistet wurde!“

Sportlich ambitionierte Ziele, wie sie die Flensburger verfolgen, haben die „Anitra“-Eigner nicht. Der Entwurf des US-Konstrukteurs ist schnell, aber nicht so schnell wie die elf Jahre jüngere Konstruktion des legendären Henry Rasmussen. Hätte er die „Ostwind“ ersteigert, er hätte es genau so gemacht, sagt Josef Martin. Die jetzige „Sphinx“ ist unter dem Teakdeck kärglichst möbliert. „Anitra“ hingegen bietet den warmen Komfort eines englischen Salons. „Anitra“ – ein waschechter Reise-Zwölfer.

holger ohlsen 

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Anitra auf dem Tieflader: Der Spezialtransport mit der 21-Meter-Yacht war zwei Tage unterwegs.

 vom 04.06.08

Diva aus Teak mit Traummaßen


Ein Comeback wie aus dem Lehrbuch: Bei ihrer ersten Fahrt unter Segeln wurde gestern die neue „Sphinx“ neugierig beäugt und heftig beklatscht.
Flensburg/sh:z

 
Mit sieben Knoten glitt die „Sphinx“ übers Wasser und zog die Blicke sämtlicher Besatzungen auf der Förde an. Foto : Ohlsen/sh:z  – Es war ein sonniges, ein glänzendes, gelegentlich auch umjubeltes Comeback. Nach zweieinhalbjähriger Restaurierung und vier Jahre nach ihrem letzten Segeltörn kehrte gestern die „Sphinx“ (Ex-„Ostwind“) auf die Förde zurück. Eine Woche zuvor war die klassische Rennyacht im Clubhafen des Flensburger Segelclubs auf den Namen getauft worden, unter dem sie 1939 zuerst auf der Regattapiste erschienen war. Gestern waren die Arbeiten so weit abgeschlossen, dass die 12mR-Yacht erstmals wieder Segel setzen konnte.

 Fast schien es, als hätte das maritime Flensburg die Yacht vermisst. Kaum ein Boot auf der Förde, von dem nicht ein Objektiv auf das schwarz-blaue Traumschiff mit den Traummaßen gerichtet wurde. Die „Alex“ ließ ihre Zerstörer-Sirene heulen, Schiffe des Museumshafens, die für einen sonnigen Nachmittag bei den Ochseninseln Anker geworfen hatten, ließen den Schiffshörnern freien Lauf, während die ranke Schönheit bei einer leichten Brise mit sieben Knoten durchs blaue Wasser glitt. Und mit einer besonderen Genugtuung passierten die neuen Eigner die Marineschule Mürwik, deren Dienstherr, der Bund, das kostbare Schiff ziemlich lieblos an den Meistbietenden verscherbelte, als es eigentlich einen Liebhaber benötigte.

Für die drei Flensburger Eigner, die das Schiff in der umstrittenen Versteigerung des Bundes vor dem wahrscheinlichen Verkauf ins Mittelmeer gerettet hatten, war es der mit Sicherheit schönste Tag, den sie mit ihrem Schiff bisher verbracht hatten. Gorm Gondesen und Jochen Frank waren gleich an Bord gegangen, Oliver Berking wollte sich „Sphinx“ lieber erst einmal aus der Ferne ansehen und stieg zunächst auf eines der Motorboote, die den „Zwölfer“ auf seiner zweiten Jungfernfahrt begleiteten und ihn umkreisten wie Papparazi eine Diva.

Die Gänsehaut angesichts des majestätischen Bildes von Mahagoni, Teak und einem Berg von weißen Segeln mit der Segelnummer G 4 stellte sich nicht nur bei ihm ein. Die Werft-Crew um Kai Wohlenberg, die das herunter gekommene Schiff – von manchen belächelt – mit Bordmitteln der Flensburger Region wieder in diesen tadellosen Zustand versetzt hatten, hatte allen Grund, sich begeistert abzuklatschen.

Ihre Arbeit ist noch nicht zu Ende. An Bord wurden eifrig Vermerke gemacht. Der gestrige Segeltag diente erstens dem Zweck, etwaige Mängel zu erkennen und abzuarbeiten und war zweitens notwendig, der künftigen Crew Gelegenheit zu geben, das Schiff kennen zu lernen. Denn „Sphinx“ wurde in Flensburg wiedererschaffen, um Rennen zu segeln. Kommendes Wochenende wird sie bei den „Midsummer Classics“ des Vereins „Klassische Yachten Flensburg“ erstmals unter Regattabedingungen segeln, eine Woche später geht es zur Kieler Woche, wo auch erste Vergleiche mit anderen „Zwölfern“ warten.

Am 5. Juli wird es ernst, denn dann startet die Weltmeisterschaft der klassischen 12mR-Yachten auf der Flensburger Förde.

holger ohlsen

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  8. Juni 2008 von Detlef Jens

Die "Sphinx" ist wieder auferstanden

Oliver Berking, Chef der Silbermanufaktur Robbe & Berking, rettete mit zwei Freunden eine klassische 12er-Yacht vor der Verschrottung. Und gründete gleich noch eine Werft

Es war eine Taufe wie aus dem Bilderbuch, und es ist ein Schiff wie ein Neubau. Dabei wird sie nächstes Jahr 70 Jahre alt - die "Sphinx", ehemals "Ostwind", "Lobito" und ganz früher eben auch "Sphinx". Eine Rennyacht der 12-Meter-R-Klasse, gebaut 1939 bei Abeking & Rasmussen.

"Diese Yachten sind der Traum eines jeden Seglers. Sie haben dank des America's Cup eine interessante Geschichte und sind der Inbegriff der klassischen Yacht. Viele moderne Yachten sind zwar größer, können in ihrer Ästhetik aber einfach nicht an einen 12er heranreichen", sagt Oliver Berking. Der Flensburger Unternehmer ist einer der drei Eigner dieser historischen Yacht. Zusammen mit seinen Freunden Jochen Frank und Gorm Gondesen ließ er sie unter Leitung von Kai Wohlenberg restaurieren. 

Zur "Wiedertaufe" des 21,38 Meter langen Schiffes, das mit seinem zweiten Stapellauf den ursprünglichen Namen zurückbekam, waren viele Segler aus ganz Deutschland angereist. Unter ihnen auch Hans Schaedla von Abeking & Rasmussen, der Enkel von Henry Rasmussen, der die "Sphinx" einst entworfen und gebaut hatte. Wie viele andere anwesende Experten war auch er begeistert von dem Perfektionismus der Restaurierung. "Auf unserer Werft könnten wir das nicht mehr machen", sagt er bedauernd. A&R hat sich heute auf größere Schiffe spezialisiert.

Die "Sphinx" war ursprünglich vom Norddeutschen Regatta-Verein in Auftrag gegeben worden und wurde am 28. April 1939 abgeliefert - zu einem unglücklichen Zeitpunkt, nur wenige Monate vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Immerhin, einen Sommer lang durfte sie noch Regatten segeln, wo sie höchst erfolgreich lief. Nach Kriegsende hatte der NRV sein Klubhaus und die meisten seiner Schiffe verloren. Dank glücklicher Umstände konnte der 12er jedoch gerettet werden. Deutsche durften damals allerdings nur noch Boote segeln, die kleiner als sechs Meter waren.

So kam es auf Initiative des damaligen Vorsitzenden Erich F. Laeisz zu einem Ringtausch. Er verkaufte die "Sphinx" an zwei Klubmitglieder des NRV, Hans und Wolfgang Freudenberg, Inhaber einer großen Holzhandlung, vor allem aber Inhaber chilenischer Pässe. Unter chilenischer Flagge durften sie die Yacht segeln und bezahlten sie mit einer Waggonladung Eiche, Lärche und Mahagoni. Dieses Holz reichte der NRV an Abeking & Rasmussen weiter, und Henry Rasmussen lieferte dafür zwölf Hummelboote, fünf Piraten, zwei kleine Kielboote vom Typ Sonderling und acht Hansajollen.

Die Freudenbergs segelten die Yacht nach dem Krieg unter dem Namen "Lobito" und gewannen mit ihr 1948 die traditionsreiche Regatta um das "Blaue Band der Niederelbe". Zehn Jahre später, 1958, wurde "Sphinx" an die Marineschule in Flensburg-Mürwik verkauft, wo die Yacht bis 2004 unter dem Namen "Ostwind" als Ausbildungsschiff diente. In den 60er- und 70er-Jahren gewann die Marine mit ihr insgesamt neunmal das Blaue Band der Flensburger Förde für die schnellste einheimische Yacht. Gleichzeitig besaß die Marine noch den ein Jahr vor der "Sphinx" gebauten 12er "Inga". Die beiden Schiffe erhielten die Namen "Ostwind" und "Westwind".

2005 jedoch wurde der Marine der Unterhalt der klassischen Yachten aber zu mühsam und zu teuer. Zahlreiche Flensburger setzten sich zwar dafür ein, die Schiffe an der Förde zu halten, doch nur das Trio Berking, Frank und Gondesen gab bei der Versteigerung tatsächlich ein Gebot ab.

"Seither können wir es ein bisschen verstehen, warum die Marine sich trennen wollte", sagt Jochen Frank - wie jeder Spaß enthielt auch dieser ein Körnchen Wahrheit. Denn die Restaurierung der Yacht war viel aufwendiger, als von den neuen Eignern gedacht.

Das hat aber auch seine positiven Seiten. Denn so konnte Kai Wohlenberg mit seinem Team viel Erfahrung sammeln. Oliver Berking verkündete deshalb während der Taufe: "Wir haben jetzt so viel Wissen angesammelt, dass es schade wäre, es in einer Schublade verstauben zu lassen." Zwar war zu Beginn des Projektes "Sphinx" keine Werftgründung geplant, aber genau das ist passiert: Gemeinsam mit Wohlenberg gründete Oliver Berking eine Werft. "Wir wollen klassische Yachten wieder beleben", sagt er. Neue Projekte gibt es auch schon, darunter der von dem legendären Olin Stephens entworfene und ebenfalls 1939 bei Abeking & Rasmussen gebaute 6er "Nirvana". 

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