Nacra Team Jan Hauke Erichsen/ Ann-Kathrin Wedemeyer

18.07.2017 - von Friederike Hiller -  www.coastwriter.de

SEGELN, OHNE WEGGEWASCHEN ZU WERDEN

Sie heißt Sophie, hat Z-Foils, kann übers Wasser fliegen und gibt Jan Hauke Erichsen und Ann-Kristin Wedemeyer den Geschwindigkeits-Kick. Bis zu den Europameisterschaften optimieren die beiden das Handling ihres alten Bootes in neuem Gewand.

FEINJUSTIERUNG AUF FOILS

Ihnen ist der Spaß anzusehen, als sie auf ihrem Nacra17 auf der Ostsee vor Flensburg die neuen Foils ausprobieren. Mit breitem Grinsen und Lachen genießen Jan Hauke Erichsen und Ann-Kristin Wedemeyer die Geschwindigkeit – auch wenn es länger als gedacht gedauert hat, bis sie dieses Gefühl mit ihrem alten Boot in neuem Gewand erleben konnten.

„Es gab noch viel am Boot einzustellen“, erklärt der Steuermann. Zwar ist der umgebaute Nacra17, der nicht nur Z-Foils hat und somit auch über die Wasseroberfläche fliegen kann, sondern auch ansonsten mehrere Neuerungen aufweist, bereits seit dem Wochenende wieder zurück, doch zum Segeln kamen die beiden erst am Montag. „Wir haben ihn umbauen lassen, um endlich zu fliegen“, freuen sie sich auf die kommenden Stunden auf dem Wasser. „Auch wenn wir immer noch die Feinjustierung finden müssen.“ Das Segelgefühl entspreche aber dem gedachten. „Wir sind sehr positiv gestimmt.“ Nun wollen sie möglichst viel Zeit bis zu den Europameisterschaften Ende Juli vor Kiel auf dem Wasser verbringen. Und dabei die Balance halten, um anschließend noch einen guten Wettkampf segeln zu können und sich nicht komplett verausgabt zu haben.

Ob Cat oder KITE - FLIEGEND ÜBERS WASSER

Durch den Umbau der Foils erreichen die Zwei-Rumpf-Boote eine höhere Geschwindigkeit und heben nun vollständig ab. Beim Full Foiling fliegen sie einen Meter über der Wasseroberfläche dahin. Schmerzhafte Stürze haben Jan Hauke und Ann-Kristin an ihrem ersten Full-Foiling-Tag nicht erlebt. Aber: „Da reicht ein kleiner Fehler mit der Großschot oder beim Steuern und wir werden weggewaschen.“ Diese Situation werde definitiv auf sie zukommen. „Wenn es eng wird, ist das nicht zu verhindern.“ Angst haben die beiden nicht, nur eine gesunde Portion Respekt. „Das ist gut, das schützt vor Verletzungen“, so Jan Hauke. Er liebt, das Gefühl des Fliegens auf dem Wasser. Eine ganz andere Art des Segelns, ohne Wasserwiderstände. „Es bringt eine ganz andere Dimension in den Segelsport.“ Und das nicht nur mit dem Boot, sondern auch beim Kiten mit dem Foilboard. Egal ob mit Kite oder Kat, der Foil bringt den Kick.

 

 

ES GEHT UMS HANDLING

Doch zurück zu „Sophie“. So haben Jan Hauke und Ann-Kristin ihr Boot neu getauft, denn es ist aufgrund der vielen Umbauten wie ein neues Boot für sie. Mit dem Namen segeln quasi auch die Schwestern der beiden mit, die denselben Namen tragen.

Wird es denn einen Unterschied geben zwischen den Booten, die umgerüstet wurden und den ganz neuen Versionen des Nacra17? Das wird sich in der kommenden Woche zeigen. Dann trifft das Flensburger Team auf andere Nacra 17 Segler. Und im direkten Vergleich wird sich zeigen, ob die umgebauten oder die neuen Nacra 17 eventuell schneller sind. „Das können wir jetzt noch nicht einschätzen.“ Beim ersten Test in Holland seien keine großen Unterschiede deutlich geworden. „Es kann aber schon sein, dass die neuen Boote stabiler und steifer sind und das könnte schon von Vorteil sein.“ Allerdings müssten sich alle Segler auf die Z-Foils einstellen – egal ob mit der umgebauten Variante oder auf den neuen Booten. „Es wird ums Handling gehen. Und darum, wer damit überhaupt zurecht kommt.“