Nacra 17 -Team Jan Hauke Erichsen/ Luisa Krüger

07.09.17

Hallo zusammen,

nach dem zweiten Tag der Weltmeisterschaft haben wir uns dafür entschieden die Regatta zu beenden, um zu verhindern, dass sich die Verletzung an Luisas Fuß nicht weiter verschlechtert.

Zur Klarstellung: Wir hatten keinen Unfall auf dem Wasser, möchten diesen aber auch nicht riskieren und nur bei voller Gesundheit auf den Regattakurs gehen.

Luisa hatte vor fünf Wochen einen Verkehrsunfall und hat sich dabei eine Verletzung am Fußgelenk zugezogen. Im Training und in der Regatta ist Luisa mit einer Schiene gesegelt. 

Gestern stellten wir beim Segeln verstärkte Instabilität im Fuß fest. Mehrfaches abrutschen von der Kante des Bootes war die Folge. 

Nach der Rücksprache mit Ärzten und Physiotherapeuten würde die weitere Belastung des Fußes ein Gesundheitsrisiko für Luisa darstellen, insbesondere ein Abrutschen vom Boot.

Zusammen mit Spezialisten in Deutschland, werden wir uns darauf konzentrieren schnellstmöglich die Verletzung in den nächsten Wochen auszukurieren. Luisa ist dafür heute bereits nach Deutschland geflogen.

Diesen Schritt haben wir auch mit unserem Bundestrainer Marcus Lynch abgesprochen.

Mit unseren Ergebnissen aus Training und Wettkampf sind wir zufrieden und konnten zudem aus den letzten Tagen wichtige Erkenntnisse für unser Wintertraining sammeln. Kraft und Gewicht sind ein entscheidendes Thema, an dem wir weiter arbeiten werden. Entscheidender Bereich, in dem es noch eine Verbesserung bedarf um ganz vorne mitzufahren ist unsere Downwindtechnik. Wir haben noch keinen kontrollierten Flugmodus auf dem Downwind und stechen zu häufig mit unserem Katamaran ein. 

Ich werde am 11.9. nach Sardinien fliegen, um dort auf der Flensburger Deern mit Nicola Boniface, Jan Frigge und Cedric Menzel die J70 Weltmeisterschaft segeln und melde mich wieder aus Sardinien.

Vielen Dank für Eure Unterstützung.

Viele Grüße aus la grande Motte(Jan) und vom Flughafen Paris(Luisa),

Luisa und Jan

Nacra 17 -Team Jan Hauke Erichsen/ Luisa Krüger

05.09.17

Salut aus La Grande Motte,

wir sind bereit für die WM der Nacra17 Klasse.

Seit einer Woche trainieren wir in Südfrankreich und freuen uns auf die ersten Rennen der Weltmeisterschaft heute.       Wir, das sind Luisa Krüger und ich. Nach der Europameisterschaft in Kiel haben Ann-Kristin Wedemeyer und ich uns entschieden unsere gemeinsame Olympiakampagne nicht fortzuführen. Anki hat nach der EM den Vorschlag gemacht, dass ich den Nacra17 gemeinsam mit Luisa Krüger teste. Luisa wiegt 10KG mehr und ist 10cm größer als Anki. Durch die Entwicklung der Nacra17 Klasse ist das Crewgewicht und die Größe sehr entscheiden. Luisa hat in den letzten Jahren Europe und J70/Bundesliga für den HSC gesegelt und bereits Foiling Erfahrung auf dem Nacra17 zum Beginn dieser Saison gesammelt.

Unsere ersten Segeleinheiten haben gut zusammen funktioniert. Mit nur zwölf gemeinsamen Trainingstagen ist unsere Vorbereitungszeit auf die Weltmeisterschaft kurz. Trotzdem haben wir das Ziel, bei der WM "bestes Retrofit Boot" zu werden. Die letzten Tage der Vorbereitung waren sehr intensiv, da wir neben unseren Trainingseinheiten und Bootsarbeiten uns auch mit kurzfristigen Regeländerungen der Klasse auseinander setzen mussten. So werden wir die WM nun nicht mit dem Gennacker auf dem Amwind-Kurs segeln. Die Sicherheitsbestimmungen in unserer Klasse wurden noch einmal verschärft. Nach dem unglücklichen Unfall letzte Woche, unseres Amerikanischen Freundes Bora Gulari, sind wir uns alle noch stärker bewusst, dass Unfälle im Olympischen Segeln passieren können. Zur Info dazu die Pressemitteilung von US Sailing:

http://www.ussailing.org/bora-gulari-injured-in-training-accident-prior-to-nacra-17-worlds/

Weitere Pressemitteilungen enthielten zum Teil falsche Informationen. Die Verletzungen sind nicht aufgrund der Foils entstanden, sondern durch das hängen bleiben an den Verstrebungen der Gennackerbäume. Bisher gab es keine Verletzungen durch die Foils. Wir legen gerade zum jetzigen Zeitpunkt höchste Priorität auf die eigene Sicherheit beim Segeln. Alle Teams sind momentan noch im Prozess das Boot richtig segeln zu lernen. In kritischen Situationen steht die Sicherheit für uns vor dem Ergebnis. Wir lernen jeden Tag viele wichtige Informationen über das Boot und uns als Team.

Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft ist wichtig, um in einem Jahr bei der World Sailing WM in Aarhus den wichtigen Nationenplatz für Deutschland zu erreichen. So war schon das Vortraining hier in La Grande Motte lehrreich. Gemeinsam mit dem Team Kohlhoff/Stuhlhemmer konnten wir einige Wasserstunden auf dem WM Revier sammeln und Einstellungen für unsere Boote finden. Diese Woche liegt der Fokus darauf möglichst viele Informationen fürs Wintertraining zu sammeln und natürlich sicher um den Rennkurs zu kommen.

Ein kleines Video haben wir Euch zusammengeschnitten, um euch ein paar Eindrücke vom Wasser zu geben. https://www.youtube.com/watch?v=h-GvFEFMQLA&feature=youtu.be 

Vielen Dank für die Unterstützung, wir freuen uns über jedes Daumen drücken! Um 11 ist der erste Start!

Herzliche Grüße in die Heimat,

Luisa und Jan 

Nacra 17 -Team Jan Hauke Erichsen/ Ann-Kathrin Wedemeyer

18.07.2017 - von Friederike Hiller -  www.coastwriter.de

SEGELN, OHNE WEGGEWASCHEN ZU WERDEN

Sie heißt Sophie, hat Z-Foils, kann übers Wasser fliegen und gibt Jan Hauke Erichsen und Ann-Kristin Wedemeyer den Geschwindigkeits-Kick. Bis zu den Europameisterschaften optimieren die beiden das Handling ihres alten Bootes in neuem Gewand.

FEINJUSTIERUNG AUF FOILS

Ihnen ist der Spaß anzusehen, als sie auf ihrem Nacra17 auf der Ostsee vor Flensburg die neuen Foils ausprobieren. Mit breitem Grinsen und Lachen genießen Jan Hauke Erichsen und Ann-Kristin Wedemeyer die Geschwindigkeit – auch wenn es länger als gedacht gedauert hat, bis sie dieses Gefühl mit ihrem alten Boot in neuem Gewand erleben konnten.

„Es gab noch viel am Boot einzustellen“, erklärt der Steuermann. Zwar ist der umgebaute Nacra17, der nicht nur Z-Foils hat und somit auch über die Wasseroberfläche fliegen kann, sondern auch ansonsten mehrere Neuerungen aufweist, bereits seit dem Wochenende wieder zurück, doch zum Segeln kamen die beiden erst am Montag. „Wir haben ihn umbauen lassen, um endlich zu fliegen“, freuen sie sich auf die kommenden Stunden auf dem Wasser. „Auch wenn wir immer noch die Feinjustierung finden müssen.“ Das Segelgefühl entspreche aber dem gedachten. „Wir sind sehr positiv gestimmt.“ Nun wollen sie möglichst viel Zeit bis zu den Europameisterschaften Ende Juli vor Kiel auf dem Wasser verbringen. Und dabei die Balance halten, um anschließend noch einen guten Wettkampf segeln zu können und sich nicht komplett verausgabt zu haben.

Ob Cat oder KITE - FLIEGEND ÜBERS WASSER

Durch den Umbau der Foils erreichen die Zwei-Rumpf-Boote eine höhere Geschwindigkeit und heben nun vollständig ab. Beim Full Foiling fliegen sie einen Meter über der Wasseroberfläche dahin. Schmerzhafte Stürze haben Jan Hauke und Ann-Kristin an ihrem ersten Full-Foiling-Tag nicht erlebt. Aber: „Da reicht ein kleiner Fehler mit der Großschot oder beim Steuern und wir werden weggewaschen.“ Diese Situation werde definitiv auf sie zukommen. „Wenn es eng wird, ist das nicht zu verhindern.“ Angst haben die beiden nicht, nur eine gesunde Portion Respekt. „Das ist gut, das schützt vor Verletzungen“, so Jan Hauke. Er liebt, das Gefühl des Fliegens auf dem Wasser. Eine ganz andere Art des Segelns, ohne Wasserwiderstände. „Es bringt eine ganz andere Dimension in den Segelsport.“ Und das nicht nur mit dem Boot, sondern auch beim Kiten mit dem Foilboard. Egal ob mit Kite oder Kat, der Foil bringt den Kick.

 

 

ES GEHT UMS HANDLING

Doch zurück zu „Sophie“. So haben Jan Hauke und Ann-Kristin ihr Boot neu getauft, denn es ist aufgrund der vielen Umbauten wie ein neues Boot für sie. Mit dem Namen segeln quasi auch die Schwestern der beiden mit, die denselben Namen tragen.

Wird es denn einen Unterschied geben zwischen den Booten, die umgerüstet wurden und den ganz neuen Versionen des Nacra17? Das wird sich in der kommenden Woche zeigen. Dann trifft das Flensburger Team auf andere Nacra 17 Segler. Und im direkten Vergleich wird sich zeigen, ob die umgebauten oder die neuen Nacra 17 eventuell schneller sind. „Das können wir jetzt noch nicht einschätzen.“ Beim ersten Test in Holland seien keine großen Unterschiede deutlich geworden. „Es kann aber schon sein, dass die neuen Boote stabiler und steifer sind und das könnte schon von Vorteil sein.“ Allerdings müssten sich alle Segler auf die Z-Foils einstellen – egal ob mit der umgebauten Variante oder auf den neuen Booten. „Es wird ums Handling gehen. Und darum, wer damit überhaupt zurecht kommt.“